Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das biblische Paradies ist Adams Traum vom Erleben des Materialismus, der Finsternis oder dem Kontrast des Lichts | 1706. Hier in diesem Paradies ist Adam noch ein überirdisches oder himmlisches Wesen. Für die äußeren Welten ist er jedoch gewissermaßen tot. Seine Erinnerungserlebnisse hier im Seligkeitsreich schenken ihm zwar Seligkeit, aber diese Seligkeit ist nur eine gewisse Form von Freude daran, eine Vergangenheit – die an die Kontrastwelt grenzt, wonach es ihn jetzt hungert und die er wieder erleben möchte – in Form seiner Erinnerungen wiederzusehen. Aber die Erinnerungen an ein früheres Erleben dieser zu den himmlischen Welten kontrastierenden Sphäre, können diesen Hunger nicht stillen und sind auch nicht dafür vorgesehen. Im Gegenteil, sie sind geradezu nur dafür vorgesehen, den Hunger nach der äußeren Welt zu verstärken. Wenn die Erinnerungen Adam erfreuen können, dann nur deshalb, weil sie aus der Welt stammen, die nun immer mehr zu seiner Interessensphäre wird. So ist es auch, wenn man sich hier auf der physischen Ebene eine Person vorstellt, die sich danach sehnt, in ein fremdes Land zu kommen. Eine solche Person wird sich immer darüber freuen, ein Buch zu lesen oder andere Leute anzuhören, die etwas über dieses gelobte Land erzählen, aber weder das Lesen noch das Gespräch können die Sehnsucht vollständig zufriedenstellen. Das kann bis zur Vollkommenheit nur dank eines wirklichen Aufenthalts im Lande geschehen. Das biblische Paradies ist demnach in Wirklichkeit nur Adams Traum vom Materialismus, von der Finsternis oder dem Kontrast zu den Regionen des Lichts. Es gelang Adam jedoch nicht, die Finsternis oder den Kontrast zum Himmel oder zum Paradies nur einzig und allein kraft der Erinnerungen an diese Sphäre zu erleben, ebensowenig wie kraft der überirdischen oder himmlischen Anlagen. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht