Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb das biblische Paradiesereignis als ein "Übel" aufgefasst wurde | 1712. Wenn diese ganze durchgreifende göttliche Einweihungsgeschichte in der Bibel und in anderen religiösen Überlieferungen als Erzählung von einem Sündenfall und Gottes Strafe hierfür ausgeformt ist, wie auch der Welterlöser der Böse oder der Teufel genannt wird, dann ist das auf den Umstand zurückzuführen, dass die Überlieferungen erst zu einem viel späteren Zeitpunkt entstanden, ja so spät, dass das Verlangen des Mannes und der Frau nach der Finsternis längst gesättigt worden war. Weiterhin damit fortsetzen zu müssen, Ereignisse und Dinge zu erleben, derer man schon längst satt ist, führt dazu, dass diese Ereignisse und Dinge letzthin nur als ein Überdruss erlebt werden können, während man alles, was auch nur im Geringsten ein Gegenteil dieses Überdrusses sein mag, als Licht, Inspiration und Lebensfreude oder das Paradies selbst betrachtet. Propheten und Führer, die Urheber der religiösen Überlieferungen über den Ursprung des Menschen sind, waren also in überaus verschwenderischem Maße von der Finsternis gesättigt, hatten aber keine kosmische Einsicht in die tiefste Struktur des Lebens und konnten deshalb die Finsternis nur als Erleben von Überdruss, Übel oder etwas Teuflischem betrachten. Sie konnten die Menschen nur als "Sünder" sehen, die der Gottheit missfallen mussten, und diese gottlosen und vom Teufel besessenen Individuen mussten notwendigerweise von Gott bestraft werden. Es musste natürlich eine große Strafanstalt geben, eine Hölle, wo mit den verbrecherischen Horden abgerechnet werden konnte. Man hungerte so nach Licht und Liebe und war so zum Überdruss von der tierischen Lebensform gesättigt, dass man überhaupt nichts Gutes an ihr sehen konnte. Dass diese Wesen und Führer der Menschheit dem Licht gegenüber voreingenommen waren und dieses auf jegliche Art und Weise favorisierten, während sie die Finsternis ablehnten, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. |
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