Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die geschlechtliche Unabhängigkeit des Welterlösers und seine Abweichung vom geschlechtsgebundenen Erdenmenschen | 1714. Aus dem Obigen kann man also ersehen, dass die christliche Weltreligion eine Religion des "Mannes" und der "Frau" ist. Sie ist eine Religion, die noch das Eigentumsrecht beschützt. In der Struktur des Mannes und der Frau oder des männlichen und weiblichen Geschlechtswesens ist ja das Eigentumsrecht der wichtigste Kern ihres Lebensfundaments. Es muss jedoch hier gesagt werden, dass dies nicht auf den Urheber, den Welterlöser Jesus Christus, zurückzuführen ist, denn seine Wesensart sowie seine Anleitung ruhten ja ausschließlich auf diesem einen: "Du sollst Gott lieben über alle Dinge und deinen Nächsten wie dich selbst". Er erklärte, dass dies die "Erfüllung aller Gesetze" sei. Er selbst opferte sein Leben für die Geburt dieses Ideals. Es ist deutlich, dass es nicht sein Lebensglück war, zu besitzen oder das Eigentumsrecht über irgendein anderes Wesen zu haben. Er war nicht vom Geschlecht abhängig und konnte deshalb nicht vom männlichen oder weiblichen Geschlecht gesteuert werden. Aus dem gleichen Grund konnte er auch nicht parteiisch sein oder werden, weder gegenüber männlichen noch gegenüber weiblichen Geschlechtswesen. Die unreinen Tendenzen der Parteilichkeit konnten seine Lebensauffassung oder seine Wesensart nicht verfälschen. Das höchste Feuer in ihm forderte nicht, dass er mit einem Wesen des anderen Geschlechts eins sein sollte. Es forderte dagegen, eins mit allen Lebewesen zu sein, welche Forderung nur in einer einzigen Weise erfüllt werden kann, nämlich indem man sich selbst diesen Wesen hingibt. Sich diesen Wesen hinzugeben ist dasselbe, wie ausschließlich dafür zu leben, Glück und Segen für alles Lebende in der Welt zu schaffen. Aber ein solcher Wunsch kann sich unmöglich völlig in einer Bewusstseinsstruktur entwickeln und erfüllt werden, die gleichzeitig das Verlangen in sich birgt, ein Wesen des anderen Geschlechts zu besitzen und die hieraus folgenden Nebenwünsche nach den Vorteilen und materiellen Werten, mit denen ein solches begehrtes Wesen gereizt, gewonnen und besessen werden kann. Die lebenswichtige Parteilichkeit diesem Wesen gegenüber und die genannten Werte werden ein diametraler Gegensatz zu jener wahren Nächstenliebe sein, die den Welterlöser beseelte. Dieser Gegensatz wird unweigerlich eine permanente Quelle oder Ursache des Krieges zwischen dem betreffenden Wesen und seinen rivalisierenden Mitwesen des eigenen Geschlechts sein, die auch um das andere Geschlecht werben und in sich das Eigentumsrecht (die Tendenz zum Verlieben) gegenüber dem erwähnten Geschlecht als wichtigste Lebensquelle haben. |
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