Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der wirkliche Weltfrieden ist eine mentale Temperaturfrage oder eine Frage der seelischen Kälte und Wärme | 1729. Angesichts dieser ganzen Flut des Unglücks und der Leiden innerhalb der Sphäre der Menschheit kann es nicht als schmeichelnd betrachtet werden, jede höhere Form von Untersuchung der menschlichen Psyche zurückzuweisen. Unter einer höheren Form der Untersuchung ist hier eine Untersuchung von jenem Teil der menschlichen Psyche gemeint, der jenseits jeder allgemeinen und tausendjährigen Vorstellung von Moral, Sexualität oder sympathischen Anlagen oder vom Verhältnis zum Nächsten liegt. Dass diese höhere Untersuchung unvermeidlich werden muss, zeigt sich dadurch, dass der erwünschte höhere Kulturzustand, der das Fundament des wahren Friedens und der Harmonie unter den Wesen sein kann, an sich ausschließlich eine Frage des Verhältnisses zum Nächsten sein kann. Und das Verhältnis zum Nächsten kann wiederum nur ein Produkt der sympathischen Anlagen des Individuums und seiner hieraus entsprungenen mentalen oder seelischen Wärme oder Kälte sein. Der gesamte Weltfrieden und die wahre Harmonie innerhalb der Zone der Menschheit sind also ebenso eine Frage der seelischen Temperatur, wie die Üppigkeit und Fülle einer blühenden Pflanze eine Frage des Schaffens jener besonderen Temperatur sind, bei der die Pflanze gedeiht. Da die Verkrüpplung und der Misswuchs der gesamten Menschheit in Form von Krieg, Unglück und Leiden also nur auf die mentale Kälte zurückzuführen sind, handelt die Befreiung oder Erlösung alleinig darum, mehr mentale Wärme zu schaffen. Das Problem ist also dies, die mentale Temperatur herbeizuführen, welche die Menschheit weiter vorwärts zur Kulmination von Üppigkeit und Fülle, zur Nächstenliebe, bringen kann, sodass sie von allen einengenden Stagnationen und Hemmungen befreit werden kann, befreit von der mentalen Kälte in der Form von Machtsucht, Profitjagd und unschicklichem Ehrgeiz, d.h. jenen Eigenschaften, durch die sie heutzutage verkrüppelt wird. |
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