Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb der "Mann" oder die "Frau" in Reinkultur keine Kultur und keinen wirklichen Frieden in der Welt schaffen kann | 1748. Sind diese humanistisch eingestellten Wesen dann abnorm? – Sind das Wesen, die auf Abwege geraten sind? – Sollten sie nicht eher "richtige Männer" und "richtige Frauen" statt "Humanisten" sein? – Ja, ist hier nicht ein großes Problem entstanden? – Wer kann diese Frage objektiv beantworten? – Es ist nicht zu leugnen, dass die Erdenmenschheit eine Psyche repräsentiert, die an zwei große Außenpole, nämlich die Inhumanität und die Humanität, grenzt. Und es ist dem entwickelten und ehrlichen Forscher ebenso offenbar, dass die Inhumanität die unterste und die Humanität die oberste Stufe des Abschnitts jener Entwicklungsleiter ausmachen, die die Erdenmenschheit darstellt. Jede Energieauslösung oder Entwicklung hat also am Ende die Humanität zur Folge, d.h. wiederum, dass der erdenmenschliche Hunger nach Frieden gesättigt und der Wunsch, den Krieg abzuschaffen, der Wunsch nach geordneten Gesellschaftsverhältnissen erfüllt wird, damit die Kulturschöpfung und somit ein Aufblühen der Kunst, der Intellektualität oder des Geistes ungehemmt stattfinden kann. Die Entwicklung geht also absolut nicht in die Richtung, den Erdenmenschen zu einem "richtigen Mann" oder zu einer "richtigen Frau" zu machen. Diese Lebensform, die in Wirklichkeit ein Ideal der Wikinger ist, wird also allmählich zu einem immer mehr überholten Stadium der erdenmenschlichen Entwicklung. Da die Psyche der Erdenmenschen schon das Stadium des ursprünglichen, außerordentlich "männlichen" und "weiblichen" Geschlechtszustands in Reinkultur passiert hat, wird es also hier zur Tatsache, dass dieser Geschlechtszustand keinen Frieden schaffen und deshalb auch nicht das Zukunftsziel der Entwicklung sein kann. Die "maskuline" und "feminine" Natur gab es niemals in einer solchen Reinkultur wie bei den "Tieren". Innerhalb dieser Zone, die ja bis ganz in die erdenmenschliche Psyche hinein grenzt, haben die besonderen Manifestationen dieser Natur – wie die Fähigkeit zu hassen, zu rächen, zu verfolgen und zu ermorden, die Fähigkeit, Kultur abzubauen und zu zerstören, die Fähigkeit, Krieg zu führen, die Fähigkeit, andere Wesen zu unterdrücken und auf Kosten dieser Wesen zu leben – die größte und genialste Entfaltungsmöglichkeit. Keinerlei andere Fähigkeiten haben beim gewöhnlichen Erdenmenschen einen solchen Entfaltungszustand erreicht wie gerade diese, nämlich die Fähigkeiten des tötenden Prinzips. Diese Fähigkeiten kulminieren sogar bei jenen erdenmenschlichen Wesen, die noch als stark "maskulin" oder "feminin" in Erscheinung treten, d.h. also bei den besonders stark "einpolig" geprägten Wesen, den "richtigen Männern" und den "richtigen Frauen". Sie sind also zweifelsfrei die Helden des tötenden Prinzips. Sie haben keine Skrupel, andere zu ermorden, zu foltern und zu versklaven. Sie leben sehr gern auf großem Fuß vom Eroberten, von Diebesbeute, von geraubtem Gut, das als "Kriegsentschädigung" oder Ähnliches getarnt wird. Sie sehen mit großer Genugtuung, dass der "Feind" in Armut und Elend gehalten wird, wenn sie ihn nicht gar ermorden möchten. Dass diese Analysen hier erörtert werden, geschieht natürlich nicht, um diese Wesen zu kritisieren. Wir möchten nur dem Mysterium des höchsten Feuers und den von diesem Feuer erzeugten verschiedenen Stadien der Entwicklung der sympathischen Anlagen der Wesen und den damit verbundenen, entsprechend unterschiedlichen Formen von Mentalität oder Psyche auf den Grund gehen. Wir müssen uns deshalb die bestimmten Äußerungen der erdenmenschlichen Sexualität oder deren Einwirkungen auf den Gedanken und die Willensführung nüchtern und unparteiisch ansehen. Unsere Analyse wurde hier also zum Ausdruck für den Sachverhalt, dass der "männliche" oder "weibliche" Geschlechtszustand oder dieser sexuell "einpolige" Zustand der Wesen, außer die Fortpflanzung der Art oder die Befruchtung und die hiermit verbundenen Augenblicke der Liebe zu fördern, unmöglich etwas anderes als Finsternis oder eine geniale Förderung der Manifestationen des Hasses oder des tötenden Prinzips verursachen konnte. Hier wird man mit übereiltem Pflichteifer die "einpolige" oder sogenannte "normale Sexualität" verteidigen wollen und anführen, dass die Erdenmenschen, die eben als "Männer" und "Frauen" hervortreten, große Kulturwerte in vielen unterschiedlichen Richtungen wie Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft, Moral usw. erschaffen haben, und das ist schon richtig, aber der besondere Ursprung und die Leitsterne bei der Schöpfung dieser Kulturwerte waren absolut nicht die vorher beschriebenen "richtigen Männer" oder "richtigen Frauen". Es waren nicht die besonders ausgesprochen "männlichen" und "weiblichen" Geschlechtswesen, die Geniales auf dem Gebiet der Kunst oder der höheren Intellektualität zu Stande gebracht haben. Aus dieser wahren Domäne des "einpoligen" Wesens innerhalb der Erdenmenschheit haben wir nur die großen Heerführer, Eroberer, Krieger und rücksichtslosen Diktatoren, die Unterdrücker der Völker und sogenannten "Gangster" kommen sehen. Es ist richtig, dass die bedeutenden Kulturexperten oder die Personen der intellektuellen Genies als "Männer" und "Frauen" in Erscheinung traten, aber dies beweist ja nicht, dass diese Wesen ausgeprägt "maskulin" oder "feminin" waren. Ihre besonders hohe, kulturelle Manifestation zeigt ja, dass sie vom robusten "maskulinen" und "femininen" oder "einpoligen" Wesen abweichen, das in Wirklichkeit außer zugunsten der Selbstsucht oder des Egoismus nichts unternehmen kann. Die großen Selbstverehrer und inhumanen Unterdrücker sind nicht die bedeutendsten Kulturschöpfer der Menschheit. Wesen, die geniale Sklavenjäger sind und sich des Terrors bis ganz zum Sadismus bedienen, können unter keinen Umständen Friedens- oder Kulturstifter sein. Überall, wo diese Wesen an die Macht kommen oder etwas zu sagen haben, entsteht Heulen und Zähneknirschen. Hier fließt Blut in einer Atmosphäre von Freiheitsberaubung, Tränen und Niedertreten. So sieht der Erdenmensch in seinem offensichtlichsten oder kulminierenden "einpoligen" Zustand aus. So sehen der "Mann" und die "Frau" da aus, wo sie als hundertprozentig "männliches" bzw. "weibliches" Geschlechtswesen auftreten. Sollte man nicht glauben, dass es nun für den intellektuellen Erdenmensch von heute an der Zeit wäre, den Blick auf die sexuelle Struktur oder jenen Zweig des höchsten Feuers gerichtet zu bekommen, der im Verborgenen hinter dem irdischen "Mann" und der irdischen "Frau" steckt? |
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