Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb die großen Humanisten und Kulturschöpfer keine einpoligen Wesen oder "Männer" und "Frauen" in Reinkultur sein können | 1749. Es liegt auf der Hand, dass man im Allgemeinen den "Mann" und die "Frau" nicht so, wie oben beschrieben, betrachtet. Man sieht, dass sowohl "Männer" als auch "Frauen" bedeutende Kulturexperten und große Humanisten mit hervorragendem intellektuellem Wissen und Können waren. Ja sieht man nicht überall "Männer" und "Frauen" sowohl an der Spitze der kulturellen Schöpfungen oder Manifestationen als auch an der Spitze des berührten diktatorischen Unterdrückungsprinzips und dessen Blutvergießens und Terrors? Ja, das ist schon ganz richtig, es sieht so aus. Die "Männer" und "Frauen", die die kulturellen Schöpfungen und Manifestationen fördern, treten zwar auch in einer äußeren Form hervor, die als "männlich" und "weiblich" bezeichnet werden muss, aber sie müssen als "Männer" und "Frauen" einer anderen Art betrachtet werden. Sie haben nicht die gleiche Psyche wie der "Mann" und die "Frau" in Reinkultur. Sie machen infolgedessen alle, jeder für sich, von der Reinkultur des "Mannes" und der "Frau" mehr oder weniger abweichende Wesen aus. Wenn sie aber von der Reinkultur des "Mannes" und der "Frau" abweichen, bedeutet das also, dass sie in entsprechendem Maße davon abweichen, ein "männliches" oder "weibliches" Wesen in Reinkultur zu sein. Sie haben sich als Wesen erwiesen, die ein größeres oder geringeres Maß an Sympathie oder Liebesempfindung gehabt haben, außer der rein ehelichen. Ja, diese neue Sympathiefähigkeit ist, was die am meisten fortgeschrittenen Wesen betrifft, sogar von einer solchen alles überschattenden Natur gewesen, dass sie die Ehesympathie aus der Psyche völlig beseitigt hat. Dadurch mussten sämtliche selbstsüchtigen oder egoistischen Sympathien in entsprechendem Grad aus ihrem Bewusstsein und ihrer Willensführung zugunsten dieser neuen sympathischen Anlage weichen. Das Objekt dieser Sympathiefähigkeit sind ganz einfach alle anderen Lebewesen. Die gleiche Fähigkeit kulminiert im Verhalten allen menschlichen Wesen gegenüber und ist in dieser höchsten Erscheinung vom Geschlecht unabhängig. Das größte Lebensglück in Reinkultur solcher Wesen kann deshalb unmöglich etwas anderes als dies sein, das Licht und das Glück für alle anderen Wesen zu fördern. Da, wo diese neue Sympathiefähigkeit kulminiert, kann das Wesen keine selbstsüchtigen oder "tierischen" und somit lieblosen Manifestationen fördern, ohne Gewissensbisse zu empfinden. Da Gewissensbisse das Gegenteil vom Glücklichsein sind, wird es also zur Tatsache, dass diese Wesen das Glück ausschließlich darin finden können, anderen zu dienen. Deshalb können diese Wesen ihr eigenes Geschlecht lieben, Jonathan konnte David lieben und Jesus den Johannes. Nicht die Ehe oder das Eigentumsrecht an einem anderen Wesen wird hier begehrt, selbst wenn Tendenzen in dieser Richtung in den niederen Anfangsstadien dieses neuen mentalen Zustands in gewissem Grad vorzufinden sind und dazu beitragen, die Auffassung vom neuen Geschlecht in den Augen der Außenstehenden zu verdrehen. Wenn man die Anwesenheit dieser hier geschilderten neuen sympathischen Veranlagung in Reinkultur im hoch entwickelten Menschen erkennt, dann versteht man Jesus besser, als er sich auf die Nächstenliebe in der Form des großartigen Gebots berief: "Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst", und dass er in gleicher Weise seine Auffassung von sich selber mit den Worten ausdrücken musste: "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele". Es ist auch einleuchtend, warum die größten Weisen oder die am höchsten entwickelten, kosmisch bewussten Wesen der Menschheit nicht in Ehen gebundene, sondern freie souveräne Wesen sind. |
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