Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die sexuelle Struktur der Wesen und deren hieran gebundenes Auftreten als männliches oder weibliches Geschlecht in Reinkultur ist nichts, was man will oder nicht will, sondern etwas, das man ist | 1752. Man hat schon längst begonnen, die von der rein "männlich" und "weiblich" betonten Psyche abweichenden Personen zu bemerken, war aber natürlich nur dazu imstande, sie als "abnorm" aufzufassen, was ja recht einleuchtend ist. Außenstehende oder Wesen, die in diesem Umwandlungsprozess noch nicht so weit fortgeschritten sind, können ja unmöglich eine andere Auffassung haben, da ihnen die wahre kosmische oder hochintellektuelle Einsicht in den kosmischen Lebensplan selbst völlig fehlt. Sie können ja unmöglich etwas mit einem Wissen oder einer Kenntnis als Ausgangspunkt beurteilen, was sie nicht haben. Man hat es deshalb versucht, diese von der "tierischen Männlichkeit" und "Weiblichkeit" abweichenden Wesen mit Strafe und Verboten zu "heilen", da man in blinder Naivität glaubte, dass dieser Zustand der Wesen nur ein Akt des Willens sei. Man hat nicht verstanden, dass es ebenso töricht wäre, einen "Mann" zu strafen, weil er ein "Mann" ist, und eine "Frau", weil sie eine "Frau" ist, wie es natürlich auch genauso töricht ist, ein Wesen zu bestrafen, weil es mit einem anderen Geschlechtszustand hervortritt. Und ebenso töricht wäre es natürlich auch, solche Wesen zu verleumden, zu verhöhnen und zu verspotten. Ein Geschlechtszustand ist kein oberflächlicher Willensakt wie z. B. die Augen zu öffnen oder zu schließen oder aufzustehen oder sich hinzusetzen, zu laufen oder zu gehen. Die sexuelle Einstellung ist nicht irgendeine Partei, deren Mitglied man sein kann oder nicht, je nachdem, ob man es will oder nicht. Die sexuelle Natur ist nicht etwas, was man will, sie ist etwas, was man ist. Eine "Frau" ist eine "Frau" und ein "Mann" ist ein "Mann", ob man es nun will oder nicht. Ebenso ist ein Mensch primitiv oder hoch entwickelt, er mag es wollen oder nicht. Weshalb sollte es eine Ausnahme geben, was die Entwicklung der sympathischen Anlagen betrifft? – Hier gehört man selbstverständlich diesem oder jenem Grad von Entwicklung an, ob man es will oder nicht – glücklicherweise, denn wenn es nur auf den menschlichen Willen ankäme, gäbe es niemanden, der sich entwickelte, vor allem nicht in einem so durchgreifenden und tiefen Bewusstseinsfaktor wie dem sexuellen. Wer würde sich rein vernunftgemäß, freiwillig in eine Sphäre begeben, in der man als abnormes oder unnatürliches Wesen, als Paria betrachtet werden müsste und der Geringschätzung, dem Hohn und Spott, der Verleumdung, Verfolgung und Folter von Seiten der "tierischen" oder "maskulinen" und "femininen" Wesen ausgesetzt wäre. Dies ist ja schon immer das Los derjenigen Wesen gewesen, die der Herde voraus sind; nicht nur sexuell, sondern auch auf allen anderen Gebieten der Entwicklung der menschlichen Psyche und der damit verbundenen Verwandlung des Wesens vom "Tier" zum "Menschen". |
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