Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Es ist der Wert der materiellen Dinge im Liebes- oder Paarungszustand, der im großen Ausmaß dem sogenannten "Bösen" in der Welt zugrunde liegt | 1759. Wenn also das Universum eine einzige hundertprozentige Gerechtigkeits- und Liebesoffenbarung ist, dann ist es gar nicht so merkwürdig, dass der Lebenszustand der Wesen "männlichen" und "weiblichen" Geschlechts nicht die höchste existierende Form des Lebenserlebens der Wesen sein kann. Wir haben erkannt, dass der sexuell einpolige Zustand dieser Wesen gerade die organische Struktur bildet, kraft welcher für ihre besondere Form des Erlebens des Daseins eine Lebensbedingung geschaffen wird, eine Art Eigentumsrecht über ein Wesen des anderen Geschlechts auszuüben. Das Erleben der Kulmination dieser Lebensform ist ja der intime Kontakt zweier solcher konträr einpoliger Wesen während des Paarungsaktes. Dieser Paarungsakt ist also die normale höchste Empfindung von Wohlbefinden oder das Gefühl von Behagen der betreffenden Wesen. Er ist das Lebensfundament selbst, dem gegenüber alles andere, was die Funktionen und das Zusammenleben dieser beiden Geschlechter betrifft, nur eine Nebensache ist. Dieser Lebenszustand könnte überhaupt nicht existieren oder sich fortpflanzen, wenn die Struktur der Wesen nicht eben sexuell einpolig wäre. Zwei Formen von einpoligem Zustand sind also die Voraussetzung hierfür, nämlich der Zustand des männlichen und des weiblichen Geschlechts. Sie bedingen also, dass das Erleben des Lebens nur als ein Resultat des Zusammenspiels der beiden konträren sexuellen Partner in Kontakt miteinander existieren kann. Darum ist das Wesen weiblichen Geschlechts eine Lebensbedingung für das männliche, wie dieses Wesen natürlich auch eine Lebensbedingung für das Wesen weiblichen Geschlechts ist. Infolgedessen ist es also mittels des höchsten Feuers oder der sexuellen Struktur zur Lebensbedingung geworden, dass diese zwei Geschlechter einander begehren müssen. Dieses Begehren ist die Wurzel aller existierenden Formen von selbstsüchtigem Begehren oder Besitzstreben und dem hierdurch erzeugten Gefühl von "Eigentumsrecht". Das Verlangen danach, das Wesen des anderen Geschlechts zu besitzen, entwickelt folglich auch das Verlangen nach allem, was nützlich oder dazu beitragend sein kann, den Weg zum Erreichen dieses Ziels zu erleichtern. Alles, was den Verehrer oder Freier in ein vorteilhaftes Licht stellen kann, wie z. B. Macht, Reichtum oder Geld und Gut, und ihn in den Augen des sexuellen Partners begehrenswert macht, wird im schlimmsten Fall sogar mit Todesverachtung begehrt. Es ist der Wert dieser materiellen Dinge beim Liebes- und Paarungszustand, der dem sogenannten "Bösen" in der Welt zugrunde liegt. Er ist die Ursache der blutigen Kriege, Terrorhandlungen oder Grausamkeiten gewesen, ganz von den Fällen abgesehen, in denen er sich schlimmstenfalls vollkommen abnorm zu unnatürlichen Begierden entwickelt hat, die ihren Träger mehr oder weniger zum "Geizhals" oder zu einem auf diesem Gebiet mehr oder weniger geisteskranken Wesen machen. Solche mehr oder weniger übertriebenen materialistischen Begierden und die entsprechende Furcht vor den gleichen Begierden bei anderen Wesen sind an dem Weltdrama schuld, das in diesem Jahrhundert, in dem dieses Werk entsteht, über die Welt hinweggeht und alle im Krieg mit allen sein lässt. Wenn es diese übertriebene Begierde unter den Wesen nicht gäbe, dann wären die Lebensbedingungen auf der Erde ganz hervorragend. Der Erdball würde dann als etwas des Wundervollsten erlebt werden, was man sich denken kann. Wenn alle Menschen der Welt als ein Volk vereinigt wären und gemeinsam alle Werte der Erde besäßen, wären alle Formen des gegenwärtigen modernen Rechtswesens völlig überflüssig. Dieses Rechtswesen ist ja nur ein Prinzip, mit dessen Hilfe man versucht, eine allzu aggressive, wikingerähnliche Ausplünderungsmoral und übertriebene Befriedigung – sowohl materieller wie auch sexueller Begehren, die noch als Triebe und Naturen in der größten Mehrzahl der Menschen auf der Erde existieren – in Schach zu halten. |
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