Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Was beweist, dass der Erdenmensch kein "Tier" in Reinkultur ist | 1763. Dieses Wohlgefallen oder dieser wahre Frieden unter den Menschen ist also nichts, was rein polizeilich angeordnet oder geschaffen werden kann. Wir kommen also hier darauf zurück, dass das ganze Friedensproblem der Menschheit eine Frage eines inneren Gefühls, einer sympathischen Veranlagung von einer Dimension und organischen Struktur ist, die von derjenigen abweichen muss, die sich bisher unter den hundertprozentigen Wesen der beiden Geschlechter geltend gemacht hat. Es ist sonnenklar, dass es unter Wesen, deren sympathische Veranlagung der Struktur nach genauso ist wie die der Tiere, unmöglich etwas anderes entstehen kann als eine entsprechende tierische Sympathie oder jenes mentale Verhältnis, das unter den Tieren eine Lebensbedingung ist und mit den Worten ausgedrückt werden kann: "Jeder ist sich selbst am nächsten". Der Selbsterhaltungstrieb musste das alles Überschattende sein. Ihm mussten alle anderen Rücksichtsnahmen weichen. Dieser alles überschattende Selbsterhaltungstrieb kulminieret oder gedeiht beim Menschen in einer regelrechten Selbstverehrung oder bewussten Selbstanbetung. Und das muss, aus einem gewissen Gesichtspunkt gesehen, als recht glänzend bezeichnet werden. Der Mensch ist dank seiner Intellektualität oder seines Geistesvermögens, das den Fähigkeiten des gewöhnlichen Tiers weit überlegen ist, dazu im Stande gewesen, sich Verteidigungs- und Angriffswaffen zu verschaffen, die tausend- und aber tausendmal effektiver sind als die üblichen Zähne, Klauen oder anderen Kampfmittel des Tiers. Er hat infolgedessen die tierischen Verhältnisse, Eigenschaften und Anlagen bis zur Genialität verbessern können. Er kann einen Gegner, ob dieser in der Luft, auf der Erde, auf dem Meer oder unter dem Wasser ist, mit Hilfe der Natur selbst oder den Millionen von Pferdekräften der Elemente ausrotten. Die Menschen haben ja auch, sowohl was Grenzen betrifft als auch wirtschaftlich und mental, alles nach dem Prinzip "der Stärkere hat Recht" eingerichtet. Sie haben die tierische Psyche zur Genialität gebracht. Das irdische Menschenreich ist das vollkommene, kulminierende Tierreich. Es übertrifft alle anderen tierischen Wesensarten auf der Erde. Warum sind die Menschen dann nicht zufrieden? – So sagenhaft oder genial begabte "Tiere" müssen doch in einem kulminierenden "Tierreich" glücklich werden? – Wenn die Menschen nichtsdestoweniger noch lange nicht glücklich sind und unmöglich im vollkommenen Tierreich glücklich werden können, dies aber wünschen, erhoffen und darum beten und für ein zukünftiges Friedensreich kämpfen – d.h. ein Reich, in dem nicht die tierischen Lebenseigenschaften die Wesen beherrschen, ein Reich, das nicht auf dem "Recht des Stärkeren" basiert, sondern auf Gerechtigkeit oder gleichem Recht für alle –, dann wird es hier zur Tatsache, dass der Mensch kein wahres Tier in Reinkultur mehr ist. Er ist rein psychisch bis zu einem gewissen Grad ein ganz anderes Wesen geworden, nämlich ein Wesen, das sympathischer und humaner eingestellt ist. "Gerechtigkeit statt Macht" und "gleiches Recht für alle" sind ja gerade Eigenschaften, die das Tier nicht kennt, außer im Bereich der Paarung oder Fortpflanzung und im Verhältnis zu seinen Nachkommen. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht