Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Inwiefern der Erdenmensch eine vom "Tier" abweichende beginnende neue Wesensart ausmacht | 1768. Der Erdenmensch unterscheidet sich also von den Tieren durch diesen Kampf mit sich selbst. Er ist in Wirklichkeit ein Wesen, in dem sich ein organischer Widerstand gegen diesen seinen tierischen Zustand entwickelt. Dass dieser Zustand, der nur für einen sehr geringen Prozentsatz der Individuen der gesamten Menschheit gilt, keine Abnormität ist, sondern im Gegenteil ein Verhältnis, das für alle ohne Ausnahme gilt, wird durch den Umstand zu einer unerschütterlichen Tatsache, dass dieses Verhältnis bedingt, dass der Erdenmensch kein "Tier" in Reinkultur mehr ist, sondern eben als "Erdenmensch" in Erscheinung tritt. Dieser Widerstand gegen den Egoismus ist ja ein Attentat auf den tierischen Selbsterhaltungstrieb oder eine langsam zerstörende Sabotage. Da dieser Selbsterhaltungstrieb ausschließlich kraft des Egoismus existieren kann, ist dieser psychische Zustand das wichtigste Schutzprinzip des Tieres und wird dadurch beim Tier zu einer göttlichen Vorkehrung oder Tugend. Da der Egoismus oder die Selbstsucht aber schließlich den Urheber überall da ins Unglück bringt, wo es sich um den Menschen handelt, und deshalb hier nur ein Fluch oder die Wurzel aller bitteren Erfahrungen dieses Wesens, seiner seelischen Krisen und außerdem der Kriegsverheerung der erdenmenschlichen Gesellschaft, ihrer Uneinigkeit und Kulturzerstörung sein kann, wird es auch dadurch zu einer unerschütterlichen Tatsache, dass der Erdenmensch kein "Tier" in Reinkultur mehr ist, sondern ein Wesen, das sich auf dem Weg zu einer anderen Daseinsform befindet, ein Wesen, das einem Verwandlungsprozess unterliegt, durch den sein tierischer Zustand nach und nach degeneriert und ein neues Wesen, der sogenannte "wahre, vollkommene Mensch", entsteht. |
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