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(1591-1938) 
 
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Die zwei Formen von Sympathie der Erdenmenschheit: die Ehe und die Nächstenliebe  1783. Wenn der Erdenmensch also in seinem jetzigen Stadium der mentale Kälte- und Finsternisauslöser des Spiralkreislaufs ist, dann ist das auf sein besonderes Verhältnis zu dem höchsten Feuer oder der speziellen Konstellation zurückzuführen, die die zwei sexuellen Pole in diesem Wesen repräsentieren. Wie bereits erwähnt, verursachen diese beiden Pole in der Mentalität der Erdenmenschheit zwei spezielle, konträre Formen von Sympathie. Von diesen zwei Sympathieformen macht die eine jene aus, auf der die Ehe oder das Paarungs- oder Fortpflanzungsprinzip der Art basiert. Sie ist deshalb dem gegenwärtigen Erdenmenschen am meisten wohlbekannt und voll und ganz als eine absolut normale Erscheinung autorisiert und öffentlich anerkannt. Folglich ist sie bei diesem Wesen in Form der Ehe gesetzlich geschützt und hat durch den Trauschein den Segen des Staates oder des Volkes bekommen. Weniger bekannt in der Welt ist dagegen die andere Form von Sympathie, obwohl sie nun schon jahrtausendelang der innerste Kern der fortgeschrittenen humanen Weltreligionen gewesen ist. In der christlichen Weltreligion hat sie ihren fundamentalen und alles sagenden Ausdruck in den Worten des Welterlösers bekommen: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Dieses große Gebot ist ferner dadurch gegen Irrtümer oder falsche Interpretationen abgesichert, dass der Welterlöser in diesem Zusammenhang auch die Worte sprach: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken" und bestätigte, dass "an diesen beiden Geboten das ganze Gesetz samt den Propheten hängt". Wie sollte es möglich sein, diese göttlichen Worte, diese ewige Analyse anders zu deuten als eben mit den buchstäblich angeführten Worten oder dem direkt ausgedrückten Sinn? – Da wir alle, sowohl unser Nächster als auch wir selbst, als ein Etwas von Gott existieren, wäre es ja unmöglich, Gott zu lieben, ohne seinen Nächsten zu lieben. Derjenige, der seinen Nächsten hasst und verfolgt, hasst und verfolgt Gott. Der Welterlöser sagte weiterhin, dass alles, was man "einem dieser Geringsten" (seinem Nächsten) getan oder nicht getan hat, man auch ihm getan oder nicht getan hat. Und da er und der Vater eins waren, bedeutet das also, dass alles, was man seinem Nächsten gegenüber tut oder nicht tut, das hat man also dem Vater oder der Gottheit getan oder nicht getan. Nur sehr naive oder gegen wahre Nächstenliebe feindlich gesinnte Wesen können eine solche Naivität, einen solchen Mangel an Intellektualität in sich haben, dass sie wie der Tor dort unbesorgt wandern, wo Engel nicht hinzutreten wagen, und das oben erwähnte Gebot so auszulegen beginnen, dass es mit Krieg, Eroberung und Unterdrückung von anderen, Diktatur, Verfolgung und Terror zu religiösen und politischen Zwecken nichts zu tun hat. Da sich aber ein sehr großer Teil der Mentalität der Erdenmenschheit eben noch auf diesem primitiven mentalen Niveau befindet, ist die Nächstenliebe für die Allgemeinheit auf die gleiche Weise immer noch nur eine genauso ferne Utopie wie die sonnenhellen, warmen Tage des Sommers weit vom Eis, von der Kälte und Dunkelheit des Mittwinters entfernt sind.


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