Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb der einseitige Sexualismus der Tiere und der Erdenmenschen nicht den ganzen Spiralkreislauf hindurch in Geltung bleiben kann | 1801. Wenn dieses Feuer als Sexualismus in jedem Lebewesen als die höchste Quelle seines Sinneserlebens und seiner Manifestation lodert, ist es sonnenklar, dass diese Quelle, diese Erscheinung, nicht einseitig sein kann, sondern eine genauso große Anzahl spezieller Auswirkungen oder Formen von inneren Strukturen repräsentieren muss, wie es Formen von Lebenserlebnissen oder Lebewesen gibt, da gerade diese Struktur die unterschiedlichen Formen von Lebewesen zur Folge hat. Es ist also allen entwickelten oder intellektuellen Menschen klar, dass das Hervortreten der Lebewesen eine Vielfalt von Unterschieden untereinander aufweist und dass diese Unterschiede auf deren besonderen sympathischen Anlagen, also auf deren Sexualität, zurückzuführen sind. Hier wird man vielleicht einwenden, dass die Lebewesen gerade hinsichtlich der Sexualität ziemlich gleichartig hervortreten. Auf diesem Gebiet scheinen die Wesen recht einheitlich zu sein. Für alle gilt, bis auf sehr wenige Ausnahmen, dass sie als Wesen männlichen oder weiblichen Geschlechts in Erscheinung treten. Und das ist schon richtig, aber ist es gleichzeitig nicht auch eine Tatsache, dass diese sexuell gleichen Wesen, alle miteinander, Tiere wie Erdenmenschen, die Winterzone des Spiralkreislaufs repräsentieren? – Diese Zone des tötenden Prinzips wird kraft dessen aufrechterhalten, dass die sympathischen Anlagen der Wesen in ihrer Mindestentfaltung hervortreten. Hier gibt es keine Liebe, außer zum Ehepartner und zu den Nachkommen. Die übrigen Wesen sind nur Rivalen, d.h. Nebenbuhler, um alle Werte und Vorteile, die vorhanden sind. Diese Wesen betrachtet man nahezu als solche, die dem eigenen Glück im Wege stehen. Die sympathische Veranlagung äußert sich in Form von Neid, Hass und Verfolgung jenen Wesen gegenüber, die sich außerhalb des Paarungs- und Nachkommenschutzes befinden, und wird damit zur direktesten und tiefsten Ursache des Krieges, des Unfriedens, der Ungerechtigkeit und des Missbrauchs aller anderen Lebewesen. Es ist nicht diese Form der Sympathie-Veranlagung, die das Wesen zu der Empfindung bringt, dass es "nicht auf die Welt gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen". Sie beseelt das Lebewesen dagegen gerade mit der konträren Einstellung. Diese Einstellung lässt das Wesen empfinden, dass "ein jeder sich selbst am nächsten ist". Es ist diese Einstellung, die dem Organismus des Tieres Hörner, Stoßzähne und Klauen und dem Erdenmenschen die Fähigkeit verschafft, seinen Nächsten mit Hilfe der Gewalt der Elemente in Form von Atombomben zu vernichten und mit anderen Massenzerstörungsmitteln die Kultur und Gesellschaft zu ruinieren und alle miteinander dazu bringt, Todesnot, Geschrei, Qual und eine Hölle für alle herbeizuführen. Dies ist also das Resultat, zu dem der einseitige Sexualismus die Lebewesen geführt hat. Dieser einseitige Sexualismus ist die geringste Wärmeausstrahlung des höchsten Feuers. Die Erdenmenschen und die Tiere leben also in der geringsten Entfaltung des höchsten Feuers. Da aber das Gesetz der Kreisläufe die Gegensätze so erzeugt, dass auf den Winter ein Frühling und auf die Nacht ein Tag folgen, wird es hier zu einer Tatsache, dass der sexuelle Zustand der Lebewesen nicht den ganzen Spiralkreislauf hindurch einseitig sein kann. |
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