Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der Weg zur Einweihung oder zur "großen Geburt" | 1808. Durch die eingehende Kenntnis, die wir nun durch die vielseitige Beleuchtung des Erdenmenschen im "Livets Bog" erhalten haben, wissen wir, dass diese Organfunktion der Nächstenliebe, diese außerhalb des Bereichs des Fortpflanzungs- oder Vermehrungsprozesses hervortretende Erscheinung, schon längst im Erdenmenschen sichtbar geworden ist, ja, dass es in Wirklichkeit diese Funktion ist, die den "Menschen" vom "Tier" unterscheidet und bewirkt, dass das "Tier" das Prädikat "Mensch" bekommt. Derjenige, der die Einweihung oder die große Geburt wirklich erreichen möchte, derjenige, der sich wirklich in die Lösung des Lebensmysteriums einleben und zur kosmischen Klarheit über das Mysterium seines eigenen Ichs kommen möchte, muss sich begreiflich machen, dass der Weg dahin unweigerlich über die Erkenntnis dessen führt, was an seiner Person fertig und was unfertig ist, was in seinem Bewusstsein "tierisch" ist und deswegen vergehen muss und was in seinem Bewusstsein "menschlich" ist und deshalb bestehen oder fortdauern wird. Wenn seine Vorliebe für die Erscheinungen der tierischen Natur in seinem Bewusstsein noch soviel Kraft hat, dass es ihm unmöglich ist, diese Natur als etwas zu erkennen, das vergehen muss, d.h. als etwas, was einer niedrigeren Welt angehört und aus dem er deswegen notwendigerweise herauswachsen oder von dem er sich fortentwickeln muss, dann sind diese Erscheinungen noch nicht fertig oder ausgelebt. Dieser unfertige Zustand in seinem Bewusstsein wird sich dann geltend machen als eine mehr oder weniger starke Antipathie gegen Wesen, in denen diese menschlichen Erscheinungen mehr oder weniger weit vorgeschritten sind, und gegen jegliches Hervorheben dieser Erscheinungen als Zeichen oder Äußerung einer fortgeschritteneren Entwicklung oder einer höheren Moralstufe. Diese Antipathie kann geradezu zu Hass und Verfolgung anwachsen. |
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