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(1591-1938) 
 
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Etwas Schiefes oder Unhaltbares in den Sympathie-Anlagen des Erdenmenschen  1809. Was sind das nun für Erscheinungen, die soviel Antipathie oder geradezu Verfolgung und Hass hervorrufen können? – Ja, das ganze Problem ist in Wirklichkeit nur eine Frage der Liebe. Es handelt sich darum, mit wie viel Sympathie man geladen ist und wie viel man zum Ausdruck kommen lässt. Obwohl die ganze Entwicklung des Lebens, was das Wohlergehen der Menschheit betrifft, eben ein Sympathie- oder Liebesproblem ist, da die ganze erdenmenschliche Misere, ihre Kriege, ihr Unglück und Leid, Armut, Hunger und Elend, ausschließlich auf Mangel an Sympathie oder Nächstenliebe zurückzuführen ist, gibt es doch in dieser Menschheit, wie gesagt, eine unerhört große Welle von Antipathie, Hass und Verfolgung jeder Sympathie oder Liebe gegenüber, die nicht unter die traditionelle Paarungs- und Nachkommenliebe fällt. Es ist also stark begrenzt, wie viel Sympathie zwischen zwei Wesen des gleichen Geschlechts man tolerieren will oder kann, während man bis zum Überfluss Sympathien zwischen Wesen gegensätzlichen Geschlechts akzeptiert und das sogar in Fällen, in denen diese Sympathie sich in Verführung, Ehescheidung, Scham und Schande äußert. Diese ganzen illegalen sexuellen Ausschweifungen, dieser oft zu einer Handelsware abgewertete und von solchen Personen gekaufte sexuelle Genuss, die vorher ein feierliches Gelübde der Treue und Verantwortung in der Ehe abgelegt haben, in der diese Ausschweifung furchtbares Leid und furchtbare Qual verursacht und Heim, Schutz und Erziehung der Kinder in dieser Ehe zunichte macht, ist kein annähernd so großes und sensationelles Objekt für das Gerede wie dies, dass zwei Wesen des gleichen Geschlechts, den Begriffen der Urheber dieses Geredes nach, einander einen allzu warmen Blick zugeworfen oder einen zu lange dauernden Händedruck gegeben haben, obwohl dies keinem anderen Wesen die geringste Unannehmlichkeit oder das geringste Unglück verursacht hat. Diese letztgenannten Vorkommnisse sind also ein viel dankbareres Objekt des Geredes als die zuerst genannten. Und es wird eine ziemlich fortgeschrittene Entwicklung dazu benötigt, um sich nicht von der Lust verlocken zu lassen, eine solche Sensation weiterzubringen, obwohl man dadurch für die Gesellschaft oder seinen Nächsten viel schädlicher ist als die Wesen, die man in einer gegebenen Situation verleumdet. Diese Analysen sind hier nicht manifestiert, um Kritik an dem illegalen Sexualgenuss und auch nicht an den Urhebern und Anhängern des Klatschens zu üben, sondern sind im Gegenteil ausschließlich dazu da, um das Leben so zu schildern, wie es wirklich ist, und nicht so, wie man aufgrund alter Traditionen oder überlieferter, jetzt veralteter Moralbegriffe glaubt oder annimmt, dass es sein müsse. Dass in der sympathischen Veranlagung der Erdenmenschheit etwas hinkt oder völlig unhaltbar und unfertig ist, dürfte wohl jetzt jedem wirklich intellektuellen und ehrlichen Forscher klar sein. Wenn diese sympathische Veranlagung vollkommen wäre, gäbe es weder Krieg noch Not oder Elend. Hass und Verfolgung würden nur im Tierreich existieren.


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