Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Ein Rückblick auf die Moral und Amoral der verschiedenen Wesen in der Ehe und außer der Ehe | 1830. Wie wir hier gesehen haben, ist also nicht eine stagnierte Entwicklung oder ein Rückgang der Moral die Hauptursache der ganzen ehelichen Misere, sondern eine fundamentale Degeneration des tierischen Paarungsprinzips an sich im Erdenmenschen macht sich geltend. Die Urheber der moralischen Mängel, die wir bezüglich des erdenmenschlichen Paarungszustands oder der Ehe gesehen haben, waren in großem Ausmaß Wesen, die sich außerhalb des ehelichen Bereichs als hervorragend entwickelt erwiesen. Viele von ihnen waren intellektuelle Wesen, die geniale Kunst schufen oder eine bedeutende Position beim Schaffen auf anderen kulturellen Gebieten hatten, wobei sie große Treue, Energie und Selbstaufopferung zeigten. Innerhalb des Bereichs dieser Wesen gibt es eine weitaus größere Anzahl von Personen, die, abgesehen von ihrer ehelichen Misere oder Degeneration, für die kulturellen Erscheinungen und den Aufbau der Gesellschaft eine Sympathie und Aufopferung bekunden, die die vorher erwähnten "richtigen Männer" und "richtigen Frauen", d.h. die noch robusten maskulinen Männer und die dementsprechend robusten femininen Frauen, unmöglich imstande sind zu leisten. Diese letztgenannten Wesen beiderlei Geschlechts sind gerade außerhalb ihres Paarungsgefühls oder ihrer Einstellung zum anderen Geschlecht nur dazu imstande, Antipathie und Eifersucht zu empfinden. Sie sind jedem gegenüber kriegerisch oder feindlich eingestellt, der die Befriedigung ihrer privaten selbstsüchtigen Begierde hemmt oder ihr im Wege steht. Sich für den Staat oder die Gesellschaft aufzuopfern, das sind Gedanken und Vorstellungen, die nur die wenigsten dieser Wesen zu hegen imstande sind. Dagegen können die geringer Entwickelten sich sehr für das andere Geschlecht aufopfern. Ja, sie weichen sogar in solchen Situationen, in denen sie es für notwendig halten, nicht vor Raub und Ausplünderung, vor Mord und Totschlag zurück, wenn es darum geht, dieses Geschlecht zu erobern oder diesem Geschlecht zu gefallen. Für diese Wesen gilt – wenn sie nicht ein intellektuelles Stadium erreicht haben, in dem sie sich zu jener Kulmination der Selbstsucht entwickelt haben, die eine Gangstermentalität erzeugt, in der es weder moralisches Gefühl, Sympathie noch Herzenswärme gibt, wenn es um die Befriedigung ihrer kulminierenden selbstsüchtigen Begierde geht –, dass der Zustand der Paarung oder des Zusammenlebens im großen Ausmaß noch fundamental oder stabil ist. Hier existieren noch eheliche Treue und eheliches Glück im Geschlechtsleben. Aber andererseits sind Treue und Sympathie umso geringer, wenn es sich um Verhältnisse außerhalb dieses Zusammenlebens handelt, d.h. im Verhältnis zu den Mitwesen. Hier können sie sehr wohl amoralisch sein, selbst wenn sie sich natürlich nicht geradezu mit Gangstern oder anderen intelligenten, aber amoralischen Wesen messen können. |
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