Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Weltbild der Todeszone | 1838. Hiermit haben wir die Mission des höchsten Feuers in der Finsternis durchgenommen. Wir haben gesehen, wie die Vorsehung, mit Hilfe der besonderen Einstellung des gegenseitigen Verhältnisses der beiden Pole zueinander in jedem Lebewesen, diese Wesen in einen Zustand bringen konnte, in dem sie eins mit der Materie, eins mit der Unwissenheit werden konnten und somit eins mit jenem beschränkten oder latenten Bewusstseinszustand in der Mentalität des Individuums, der den imaginären Tod ausmacht, d.h. die Illusion oder den Aberglauben, der sich als Verneinung der ganzen psychischen oder geistigen Welt äußert und damit die Gottheit, die Vorsehung oder den ewigen Vater verleugnet. Und aufgrund dieser Verneinung ist das Lebewesen also ein Individuum, das seinen Vater nicht kennt. Es muss deshalb von sich annehmen, dass es einzig und allein ein Sohn oder ein Resultat des Zufalls ist. Aber ein Wesen, das von sich selbst annimmt, ein Sohn oder ein Produkt des Zufalls zu sein, und ein Schicksal hat, das ebenfalls dem Zufall unterliegt und dessen Endresultat oder Ergebnis ein imaginärer Tod, eine Auflösung oder Vernichtung ist, die auch nur ein Zufall sein kann, ist in Wirklichkeit nur ein schwankendes Rohr im Sturm, ein Stäubchen dem kleinsten Lufthauch preisgegeben, ist eine Mikrobe, die unter dem Elefantengewicht der Naturkräfte zermalmt wird. Dass die Bibel dieses Wesen als den "verlorenen Sohn" bezeichnet hat, ist hier leicht zu verstehen. Dass sie des Weiteren den mentalen Zustand dieses Wesens als den "Tod", als "Hölle" und "Finsternis" bezeichnet hat, liegt geradezu auf der Hand. Kann das Erleben des Lebens entmutigender und unterminierender sein und mehr Hoffnungslosigkeit hervorrufen als gerade ein solches lebloses, eiskaltes, gottverlassenes und jegliche Humanität vernichtendes Weltbild? – Dass dieser mentale oder psychische Zustand zur Kulmination der Domäne des tötenden Prinzips selbst werden musste, wird hier zu hundertprozentiger Logik. Wie könnte es in einer Sphäre, dessen höchste Schöpferkraft und Gesetze vom bloßen Zufall dirigiert oder ausgelöst werden, eine humane Moral geben? – Wie könnten Logik, Humanität oder Nächstenliebe und die hierauf gegründete Moral Idealkräfte im Weltall sein, wenn sie nur in der Mikrobe unter den Füßen eines Elefanten vorzufinden wären? – Wenn die lenkende Kraft des Weltalls nur eine bloße Zufälligkeit wäre, der Himmel eine Zufälligkeit, die Erde, der Mond, die Planeten, die Sonnen und Milchstraßen auch eine Zufälligkeit sind, wenn Kontinente, Meere, Berge, Felsen und Höhlen, Zyklone, Stürme, Blitz und Donner eine Zufälligkeit sind, wenn Feuer, Wasser, Luft und Elektrizität, ja alles, was wir die Natur nennen, Zufälligkeiten sind und das Weltall bilden, in dem wir leben, dann ist dieses seinem Prinzip nach nur ein Elefantenfuß, ein Gigantengewicht, dessen Millionen und aber Millionen Tonnen zerdrückend auf jenen im Verhältnis hierzu als Mikroben hervortretenden Wesen ruhen, die wir Pflanzen, Tiere und Menschen nennen. Welch ein Weltbild! – Man bedenke, welches Maß an Größenwahn es ist, wenn der Erdenmensch oder der unter dem belastenden und zerdrückenden, seelenlosen Gigantengewicht am meisten Herausragende dieser Mikroben behauptet, er sei das höchste Leben, das einzige Vernunftwesen im Dasein. Das ist ein merkwürdiges Weltbild, und ein merkwürdiger psychischer Zustand. Sollte man nicht glauben, dass es die Mikrobe ist, die zu klein und unbedeutend dazu ist, die Situation zu überblicken? – |
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