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   Ziff.:  
(1591-1938) 
 
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Wenn ein normales Kind verführt wird  1857. Wenn also ein sexuell normales Kind dazu verführt wird, an einem sexuellen Verhältnis mit einem Wesen seines eigenen Geschlechts teilzuhaben, dann wird seinem Bewusstsein ein Objekt des Denkens zugeführt, das eine außerordentlich starke Aktivität hervorruft. Das Kind sinnt immer mehr über diesen neu erweckten sexuellen Verkehr nach. Und diese übertriebene Gedankenaktivität kann einen solchen beharrlichen und tief greifenden Charakter annehmen, dass zunächst eine Verbindung zwischen seinem wachen Tagesbewusstsein und der Struktur seines gegensätzlichen Pols entsteht, der ja der Sitz des noch verborgenen und unbewussten anderen Geschlechts und der dementsprechenden Tendenz des verführten Kindes ist. Infolge der verstärkten Gedankenaktivität, der Vorstellung und Erinnerung an die künstliche sexuelle Auslösung, die im günstigsten Fall trotz allem ein Genuss war, wird jedoch im Kind ein wachsendes Verlangen nach einer Wiederholung erzeugt. Da das Kind sich in seinem unreifen Alter im näheren intimen Kontakt mit den Kameraden des eigenen Geschlechts als mit Wesen des anderen Geschlechts befindet, ist der Weg vom Bild in der Erinnerung vom künstlichen sexuellen Genuss nicht weit zum Entstehen eines neuen Bildes, das das Verlangen nach einer Wiederholung des künstlichen sexuellen Akts zeigt, nun aber mit einem Kameraden des eigenen Geschlechts, den das Kind bereits bewundert und für den es besondere Sympathie oder Freundschaft empfindet. Dem Verlangen wird ständig neue Nahrung gegeben. Und früher oder später wird es dem Kind schon gelingen, den künstlichen sexuellen Verkehr zu verwirklichen. Und damit ist die natürliche Einstellung des Kindes zum anderen Geschlecht also in den Hintergrund geschoben und von der künstlichen Einstellung so überschattet und gehemmt worden, wie eine Nutzpflanze von einer Unkrautspflanze überschattet und in ihrer Entwicklung gehemmt werden kann. Und ohne dass das Kind daran denkt, ist es somit schon mit einer allzu starken sexuellen Aktivität beschäftigt, die natürlich wie alle anderen abnormen Erscheinungen mit den natürlichen oder normalen Verhältnissen kollidiert und die dadurch für seinen Urheber größere oder kleinere Leidensprozesse zur Folge hat.


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