Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| "E-Menschen" | 1866. Die nächsten Wesenstypen in der Verwandlungszone des erdenmenschlichen Sexualismus wollen wir "E-Menschen" nennen. Sie sind Wesen, deren sexuelle Einstellung zwischen ihrem eigenen und dem anderen Geschlecht pendelt. Sie können Perioden erleben, in denen sie auf das eigene Geschlecht eingestellt sind, und danach Perioden haben, in denen sie auf das andere Geschlecht eingestellt sind, um dann wieder auf das eigene Geschlecht zurück zu schwingen und so fort. Es kommt äußerst selten vor, dass diese Wesen ein eheliches Zusammenleben gründen. Und wenn dies doch der Fall ist, werden sie natürlich nicht besonders glücklich, wie sie auch außer der Ehe nicht glücklich sind. Sie sind Wesen, in denen die Struktur des anderen Pols anfängt, in ihr waches Tagesbewusstsein einzudringen. Der Mann fängt also hier an, sich seiner eigenen femininen Natur bewusst zu werden, wie auch die Frau hier beginnt, sich ihrer maskulinen Natur bewusst zu werden. Dieser Entwicklungszustand ist an sich ganz normal und bewirkt keine besonders unbehaglichen Situationen bei dem Menschen, dessen Intellektualität, Moral und Gottesverhältnis der Situation gewachsen sind. Ein solcher Mensch erregt mit seiner besonderen Natur keinen Anstoß bei seinen Mitmenschen. Er ist gescheit genug, um keinen solchen Kontakt zwischen sich selbst und der Umgebung zu schaffen, dass seine Natur allzu sehr auffällt und Antipathie und Abscheu bei anderen Menschen oder den sogenannten "Normalen" hervorruft. Ja, die Umgebung wird die Natur dieser Wesen fast überhaupt nicht entdecken, abgesehen davon, dass sie in der Regel unverheiratet sind. Aufgrund des Erwachens ihres anderen Pols haben sie bedeutende Interessensphären auf dem Gebiet der Kunst, der Literatur, der Musik und zuweilen auch der Wissenschaft. Viele dieser Wesen treten deshalb als große Künstler, Genies oder Virtuosen in Erscheinung, während andere sich im besonderen Ausmaß über den religiösen Bereich hergemacht haben und Priester oder Leiter religiöser Bewegungen werden usw. Für sie alle gilt hier, dass ihr moralischer Standard und ihr Gottesverhältnis eine solche Struktur hat, dass diese sie vor jeglicher Entgleisung behütet, so dass sie auf der direkten und natürlichen Entwicklungslinie bleiben. Wenn diese Wesen sexuellen Umgang mit Wesen ihres eigenen Geschlechts haben, dann geschieht dies sehr intim und selbstlos ohne jegliche Tendenz zur Verliebtheit oder Lust zum Zusammenleben und ohne die hierauf folgenden Qualen. |
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