Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb die Wesen des anderen Geschlechts weiterhin das Objekt des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Einstellung des H-Menschen sind | 1876. Da der H-Mensch von keinerlei sexueller Verführung oder von anderen solchen Erscheinungen beeinflusst wurde, die die Entwicklung des anderen Pols auf Kosten der noch nicht zu Ende erlebten organischen Funktion des regulären Pols forcieren, wird diese Funktion also zu keinem Zeitpunkt infolge der allzu früh um sich greifenden Funktionen des anderen Pols unnatürlich unterbrochen. Die Manifestation des H-Menschen wird deshalb in Wirklichkeit die ganze Polentwicklungsepoche hindurch von ihrem regulären Pol beherrscht sein, jedoch mit jener Veränderung zugunsten der Nächstenliebe und kosmischen Einsicht, die die natürliche und harmonische Entwicklung des anderen Pols hervorruft. Der reguläre Pol wird also weiterhin der höchste Faktor im Hervortreten dieses Wesens sein. Das bewirkt, wie schon erwähnt, dass dieses Wesen in seiner schon sehr fortgeschrittenen Polentwicklung weiterhin den Anschein erweckt, auf dem sexuellen Gebiet zu den sogenannten "Normalen" zu gehören. Es kann eine sehr große Fähigkeit haben, für Wesen des eigenen Geschlechts Sympathie zu empfinden, aber da das letzte kleine Anwachsen jener Nervenfasern in der organischen Struktur des anderen Pols – die die Funktionen dieses Pols mit dem physischen Gehirn verbinden und somit diese Funktionen als Gedanken dem wachen Tagesbewusstsein des Wesens hinzufügen sollen – noch fehlen oder völlig unvollendet sind, wird diese Sympathie noch nicht mit bewussten sexuellen Vibrationen vermischt. Diese Sympathie wird deshalb nicht als sexuelle Neigung oder sexuelles Verlangen nach einer sexuellen Befriedigung oder Auslösung mit dem Objekt dieser Sympathie empfunden. Die Wesen des anderen Geschlechts sind weiterhin das Objekt der sexuellen Neigung des H-Menschen, obwohl er in Wirklichkeit vielen der Wesen des eigenen Geschlechts eine Sympathie und Hingabe entgegenbringt, die zuweilen in gewissen Situationen sehr eng mit jener verwandt sind, die er für das andere Geschlecht hegt. Ja, er kann hier geradezu etwas von der gleichen Eifersucht empfinden, die er sonst nur in seinem Verhältnis mit dem anderen Geschlecht verspürt. Wenn der Besitzanspruch am Leben und Treiben naher Freunde und Angehörigen also mehr oder weniger in der Psyche des H-Menschen zum Ausdruck kommt, dann ist das eben auf die Funktionen des anderen Pols zurückzuführen, die kraft der noch unfertigen Sonderprägung seiner Erlebensfähigkeit auf diesem Gebiet unbewusst in seiner Psyche anwesend sind. Er kann deshalb die Impulse oder Wirkungen dieser Funktionen in entsprechendem Ausmaß nur als Wirkungen des regulären Pols wahrnehmen, mit denen sie als eins empfunden werden. Die Wirkungen des anderen Pols können deshalb in diesem Stadium kein geschlechtliches Verlangen und keine Forderung auf geschlechtliche Auslösung mit Wesen des eigenen Geschlechts hervorrufen, so wie es der Fall ist, wenn die Wirkungen dieses Pols sich zu jenem Stadium entwickelt haben, in dem deren Verbindung mit dem Gehirn entsteht. Durch ein besonderes Spezialerlebensvermögen werden die Wirkungen des anderen Pols nun nach und nach von den Wirkungen des regulären Pols getrennt und werden genau wie diese zu einer selbständigen Sondermanifestation im wachen Tagesbewusstsein des Wesens und bilden hier einen entsprechend wach bewussten, neuen, ausschlaggebenden Faktor in der sexuellen Struktur und veränderten psychischen Einstellung des Wesens zu Wesen des eigenen Geschlechts. Aber das Wesen ist dann kein H-Mensch mehr, sondern gehört zur nächsten Kategorie von Wesen auf der normalen Entwicklungslinie der Epoche der sexuellen Polverwandlung. |
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