Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Verhältnis des H-Menschen zur normalen Ehe | 1877. Es liegt auf der Hand, dass der H-Mensch auch ein Repräsentant jener "Zone der unglücklichen Ehen" ist, in der jede Sympathie, die außerhalb der Ehe und dem Familienleben liegt, immer auf Kosten der absolut "normalen" Ehe vorkommen wird. Aber infolge dessen, dass der H-Mensch ein Wesen ist, das eine Serie von Inkarnationen mit vielen Leiden hinter sich hat plus seiner fortgeschrittenen Polentwicklung (und deshalb die große Fähigkeit zum Mitgefühl oder zur beginnende Nächstenliebe, von der dieses Wesen mehr oder weniger gekennzeichnet ist), hat er große Hemmungen, andere Wesen unglücklich zu machen. Wenn ein Ehemann und seine Frau H-Menschen sind, kann eine solche Ehe bestenfalls sogar sehr glücklich werden, da beide so liebevoll sind, dass sie es nicht über das Herz bringen können, einander traurig zu machen, und beide einen solchen intellektuellen Standard haben, dass sie gemeinsame kulturelle Interessensphären pflegen und ihr Eheleben außerordentlich reich und nützlich füreinander und somit für die Umgebung machen können, selbst wenn die sexuelle Anziehungskraft überhaupt nicht überwältigend ist oder eventuell sogar völlig fehlt. Es ist jedoch nicht allgemein vorkommend, dass eine Ehe gerade aus zwei H-Menschen besteht. In den meisten Fällen heiraten H-Menschen ein Wesen der anderen sexuellen Kategorien oder Typen. Da Wesen aus diesen Gruppen ja noch in besonderem Ausmaß nur das Glück darin finden oder dafür leben können, das Eigentumsrecht über den Ehegatten zu besitzen, und diese Wesen gleichzeitig eine größere oder geringere geistige Primitivität repräsentieren, wird diese Ehe früher oder später unglücklich sein. Für den H-Menschen, der es in gewissen Fällen in keinem großen Ausmaß über das Herz bringen kann, sich zu verteidigen, und der Unfrieden nicht ausstehen kann, resultiert dies in einer Resignation und Nachgiebigkeit, die dieses Wesen fast zum Sklaven unter der Tyrannei eines solchen primitiven Ehegatten machen kann. In anderen Fällen kann eine noch vorhandene Verliebtheit in den Gatten oder die Gattin die Ursache einer hoffnungslosen Resignation und einer Duldsamkeit der Tyrannei gegenüber sein. Der H-Mensch erlebt durch dieser Art Ehen die Unfähigkeit seiner eigenen Psyche oder die beginnende Untauglichkeit für die Ehe. Und sein starkes Sympathievermögen oder seine Fähigkeit zur Nächstenliebe und der hiervon erzeugte Hunger danach, Zärtlichkeiten auszutauschen, werden hierdurch in neue Bahnen und Wege geleitet, die direkt zur großen Geburt führen. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht