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   Ziff.:  
(1591-1938) 
 
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Die besondere, liebevolle Moral und die tagesbewusste, totale sexuelle Verwandlung des I-Menschen  1881. Der fortgeschrittene H-Mensch gleitet allmählich unmerklich dazu über, ein "I-Mensch" zu werden. Dieses Wesen kulminiert in einem humanen, moralischen Hervortreten. Sein Talent zur Nächstenliebe dominiert es so überwältigend, dass eine Entgleisung hier vollkommen unmöglich ist. Es kann ganz einfach unter keinen Umständen anderen Wesen irgendeine Form von Unglück, Kummer oder Leid verursachen. Ihm ist es selbstverständlich, selbst zu resignieren, zu entsagen und zu leiden, wenn es dadurch andere glücklich machen kann. Dieses humane Verhalten voller Nächstenliebe in Verbindung mit seinem totalen Mangel an der Fähigkeit, sich zu verlieben, enthüllt, dass dieses Wesen in seiner sexuellen Polverwandlung weit fortgeschritten ist. Sein anderer Pol ist in seiner Psyche fast genauso stark hervortretend wie sein regulärer Pol. Der letzte sexuelle Schleier, der früher ein Schutz gegen das Eindringen der sexuellen Funktionen des anderen Pols in das wache Tagesbewusstsein war, ist nun gefallen. Das Wesen ist sich dadurch seines anderen Pols bewusst geworden und kann nun besonders im Bereich dieses Pols wahrnehmen oder empfinden. Aber infolge seines überlegenen Liebestalents und der hierauf beruhenden humanen Einstellung zum Nächsten und zur Umwelt wird er niemanden mit seiner besonderen sexuellen Einstellung genieren. Sein sexuelles Verlangen wird niemals auf Grund von Umständen ausgelöst oder erfüllt werden, die einem anderen Wesen Unbehagen, Kummer und Leid verursachen. Es ist ihm eine Selbstverständlichkeit, selbst zu resignieren, zu entsagen und zu leiden, wenn es sich in Verhältnissen befindet, in denen dies erforderlich ist, um andere glücklich zu machen. Dieses humane Verhalten voller Nächstenliebe in Verbindung mit seinem totalen Mangel an der Fähigkeit, sich zu verlieben, enthüllt eben die vollbrachte totale sexuelle Verwandlung des Wesens. Seine sympathische Struktur und Einstellung sind jetzt nicht mehr auf das Gebiet des regulären Pols oder des anderen Geschlechts beschränkt. Es kann nun auch wach und bewusst sexuelles Wohlbehagen mittels der Funktionen des anderen Pols empfinden. Das hiervon erzeugte sexuelle Verlangen wird jedoch niemals auf Kosten des sexuellen und materiellen Glücks und Wohlbefindens eines anderen befriedigt werden. Das Wesen vermeidet es lieber, sein sexuelles Verlangen zu befriedigen, als sich auf sexuelle Dinge zweifelhaften Charakters einzulassen. Und sollte es trotz allem in eine sexuelle Situation verwickelt werden, in der Disharmonie, Unbehagen und Erniedrigung dominieren, kann man dessen sicher sein, dass dies unter Voraussetzungen geschehen ist, die auf Verstellung, egoistisches Einschmeicheln und nicht ganz ehrlich erfüllte Versprechungen oder gehaltene Abmachungen von Seiten des anderen Partners basierten. Einen solchen raffinierten sexuellen Heuchler findet man in der Regel unter Erpressern, Hochstaplern oder chronisch moralisch entgleisten Wesen beiderlei Geschlechts. Diese Wesen sind alle mehr oder weniger Virtuosen der Verstellung, wenn es darum geht, sich materiellen Gewinn anzueignen. Diesen asozialen oder moralisch defekten Abenteurern ist nichts heilig, nicht einmal Gewalt und Mord. Es kann zuweilen außerordentlich große Menschenkenntnis und geistige Stabilität dazu nötig sein, um einem solchen amoralischen Chamäleon nicht zum Opfer zu fallen; und besonders dann, wenn ein solches Wesen, trotz seiner mehr oder weniger hervortretenden Entgleisung doch so einpolig ist, dass es stetig den Schein bewahrt, zu den sogenannten sexuell "normalen" Wesen zu gehören.


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