Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Gute oder das Menschliche im Menschen wird vom zunehmenden Anwachsen des latenten Pols gefördert | 1933. Das Gesetz des Lebens bedingt jedoch, dass die Wesen weiter vorwärts müssen im Kreislauf oder in der Entwicklung. Und dies geschieht so, dass der entgegengesetzte Pol, der latent im Wesen ist, anfängt sich zu entwickeln und diese Entwicklung nicht eher beendet, bis dieser Pol ebenbürtig oder in Balance mit dem regulären Pol ist. Mit der Entwicklung jenes anderen Pols, der der Sitz der Intellektualität des Wesens ist, beginnt das Wesen eine Bewusstseinssphäre zu erreichen, die völlig außerhalb des rein Paarungsmäßigen liegt. Hier beginnen sich der Instinkt, das Gefühl, ein wenig Intelligenz und später etwas Intuition im Bewusstsein geltend zu machen. Diese Bewusstseinssphäre ist das beginnende "Menschenbewusstsein". Und mit dieser Entwicklung ist das Tier nun kein Tier in Reinkultur mehr. Es ist jetzt ein Mittelding zwischen dem vollkommenen Gottmenschen und dem Tier. Das Tierische im Menschen hat also die Bezeichnung "das Böse" bekommen, während das beginnende Menschliche im Menschen die Bezeichnung "das Gute" bekommen hat. Das Gute nimmt im unfertigen Menschen zu und das Böse nimmt mit der Entwicklung in diesem Wesen in entsprechendem Maße ab. Das Menschliche im Menschen oder die neue Bewusstseinssphäre, die das "Tier" zum "Menschen" macht, wird also vom Anwachsen des latenten Pols im Wesen gefördert, d.h. vom maskulinen Pol in der Frau und vom femininen im Mann. Die Wesen unter diesen beginnenden Menschen, zu deren Art der Erdenmensch gehört, sind deshalb keine "männlichen" und "weiblichen" Wesen in Reinkultur. Und wir bezeichnen sie denn auch nicht als solche, sondern nennen sie dagegen "Männer" bzw. "Frauen". Männer und Frauen wird man in der Zukunft unter der neuen Weltkultur als beginnende zweipolige Wesen auffassen. |
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