Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Begrenzung der Weltreligionen | 33. | dass die humanen Weltreligionen als Nahrung für die Sehnsucht nach dem wahren Frieden oder nach einer Daseinsform entstanden, da man immer mehr zu verstehen beginnt, dass man, solange man an den Krieg glaubt, weiterhin im Krieg verbleiben muss. Aber allmählich, nachdem die humane Forderung immer größer wird und dabei den Gedanken an Strafe und Hinrichtungen im Gemüt des entwickelten Menschen entfernt, ist die kirchliche Moral der überlieferten Religionen nicht mehr zufriedenstellend. Sie gibt nämlich, was gewisse Religionen betrifft, sowohl Kriegen als auch Todesstrafen sowie anderen tötenden Formen ihren Segen. Obwohl sich diese Religionen auf anderen Gebieten zum Sprecher für Humanität ausgeben und somit auf diesen Gebieten mehr oder weniger als mentale Frühjahrswinde des kosmischen Kreislaufs zu betrachten sind, sind diese Winde nicht stark oder warm genug, um das Schmelzen der mentalen Eisregionen zu rechtfertigen, das in den Gemütern der vielen Menschen stattgefunden hat, die die Kulmination von Kälte, Frost, Tod und Untergang der Winterzone durchgemacht haben. Diese Menschen sind also schon über die beginnende Auslegung der Religionen von Humanität hinausgewachsen und haben in ihrem Gemüt viel größere Forderungen an Humanität oder Liebe in der Staatsleitung der Gesellschaften, in ihren Gesetzessystemen und ihrem Rechtswesen als die Forderungen, die sonst in ihrer Zeit autorisiert und die geltenden sind. |
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