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(2396-2664,E) 
 
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Was veranlasst den Menschen, seine Intelligenz im Dienste des "Bösen" oder des "Guten" zu gebrauchen  2408. Um sich das Verständnis der kosmischen Analysen und damit der Lösung des Lebensmysteriums anzueignen, ist nicht nur Intelligenz erforderlich. Intelligenz allein kann eben so gut angewendet werden, um raffinierte Pläne zu schaffen, womit man seinen Nächsten auf egoistische Weise ausnützen oder sich an ihm rächen kann, wie man aber auch die Intelligenz dazu gebrauchen kann, um die herrlichsten Pläne zu erstellen, mit denen man auf die bestmögliche Weise seinem Nächsten dienen und damit eine vollkommene Lebensart schaffen kann. – Und hier kommen wir zu der Frage: was ist es, das das Wesen seine Intelligenz im Dienste des Guten oder des Bösen anwenden lässt? – Die Antwort hierauf kann nur die sein, dass die Intelligenzanwendung des Wesens entweder im Dienste des Guten oder des Bösen von der Kapazität abhängt, zu deren Leistung sich seine humane Fähigkeit oder dessen sympathische Anlagen entwickelt haben. Während sich die Intelligenz durch Erfahrung und Unterricht entwickeln kann, kann sich die Humanität nicht durch Unterricht entwickeln. Sie kann sich nur durch Leidenserfahrungen entwickeln. Alle Krankheiten, unglücklichen Schicksale oder Vorgänge, Sorgen und Kummer usw., die das Wesen in früheren Leben durchgemacht hat, hinterlassen im jetzigen Leben des Wesens eine unbewusste Erinnerung an diese Vorgänge. Dies bedeutet wiederum, dass das Wesen dies gar nicht als Erinnerung empfindet. Rein physisch, gehirnmäßig kann es sich natürlich nicht an irgendetwas aus seinen früheren Leben erinnern. Alle Schmerzens- oder Leidenserfahrungen werden auf der geistigen oder psychischen Ebene zu einer Fähigkeit im Bewusstsein umgebildet, um nicht nur ein rein intelligenzmäßiges, sondern auch ein gefühlsmäßiges oder seelisches Bild in seinem eigenen innersten "Selbst" von den Leiden zu bilden, die man bei seinem Nächsten sieht oder unter denen er gequält wird. Da das Wesen also durch die Entwicklung dieser Fähigkeit nicht nur rein gehirnmäßig oder theoretisch, sondern auch in seinem eigenen Gefühlsvermögen die Leiden seines Nächsten vernehmen kann und sich dieser ebenso bewusst wird wie seiner eigenen eventuellen Leiden, verursacht diese Fähigkeit im Wesen eine Lust, dem betreffenden Nächsten aus seinen Leiden und aus seiner Not herauszuhelfen. Es ist diese Fähigkeit, die bewirkt, dass wir mit anderen Wesen, die sich in unglücklichen Zuständen befinden, Mitleid haben. Wenn sich ein Mensch nur so weit entwickelt hat, die Leiden seines Nächsten einzig mit dem Gehirn begreifen zu können, aber nicht mit dem Herzen, d.h. nicht mit dem humanen Gefühl, fühlt er überhaupt keinen Drang danach, seinem notleidenen Nächsten zu helfen. Hier sind die sympathischen Anlagen noch so begrenzt, dass sie in Wirklichkeit nur die rein paarungsmäßige Sympathie zum Ehegatten, zur Nachkommenschaft und zur Familie auslösen können.


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