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   Ziff.:  
(2396-2664,E) 
 
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Die eheliche Sympathie ist kein Akt des Willens, sondern ein Resultat der Kräfte, die den Willen diktieren  2562. Wir sehen hier, dass der Grund zu diesem vielen ehelichen Versagen ein tiefer seelischer Zustand ist, der es dem Wesen schwer und oft unmöglich macht, die von der Vorzeit ererbten und als höchste Moral aufgestellten ehelichen Vorschriften einzuhalten, die darauf hinausgehen, dass die Ehe das ganze Erdenleben halten soll. Diese Vorschriften besagen ja, dass die Wesen für den Rest ihres gegenwärtigen Erdenlebens einander das eheliche Versprechen der ehelichen Sympathie geben müssen, damit ihr Zusammenleben oder ihre Ehe legalisiert werden kann. Da diese Sympathie die unentbehrliche Grundlage für das glückliche Bestehen der Ehe ist, kann diese natürlich nicht glücklich verlaufen, wenn diese Sympathie, dieses Fundament für eheliches Glück wackelt oder zerbricht. Aber welcher unfertige Mensch kann die Unveränderlichkeit seiner Psyche auf Lebenszeit garantieren? – Wie kann ein Wesen mit Sicherheit einem anderen Menschen ein Versprechen geben, dessen Einhaltung von einer psychischen Situation abhängig ist, über die es selbst nicht Herr ist und von der es nicht einmal ahnt, dass sie existiert? – Die Ehe beruht ja auf einer ganz anderen Macht als der, die mit dem Willen dirigiert werden kann. Wenn die eheliche Treue nur ein Akt des Willens wäre, nur auf etwas beruhte, was man mit dem Willen ebenso leicht beherrschte, wie man normal beherrscht, was man essen oder trinken will, ob man aufstehen oder sich setzen will, dann wäre das in Wirklichkeit kein Problem. Aber das, was in unglücklichen Ehen ein Problem ist, ist nicht der Wille des Wesens, sondern es sind dagegen die Kräfte, die stärker als der Wille und deshalb der Diktator des Willens sind.


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