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   Ziff.:  
(2396-2664,E) 
 
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Weshalb man den Menschen ihre heidnische oder christliche Lebensauffassung nicht zum Vorwurf machen kann  2579. Der eben beschriebene Tag des Jüngsten Gerichts der Menschheit kann keinem einzigen Wesen zum Vorwurf gemacht werden. Der finstere Schicksalszustand der Menschen ist kein Akt des Willens, wie auch der Zustand, Christ oder Heide zu sein, kein Akt des Willens ist. Diese beiden Bewusstseinszustände entsprechen jeweils einem Entwicklungszustand. Christentum ist ein Erfahrungsgebiet, in dem man sich dazu entwickelt hat, es nicht übers Herz bringen zu können, irgendeinem Wesen Schaden zuzufügen – ja, nicht einmal seinen Feinden. Zeigte Christus das nicht am Kreuz, als er für seine Henker betete und sagte: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun"? – Und ist das Heidentum nicht gerade der Ausdruck für einen Entwicklungszustand, in dem man sich noch nicht zu der Humanität und dem Verständnis von einem Leben entwickelt hat, in dem man lieber selbst leiden will, als dass man andere leiden lässt? – Sieht man hier nicht, wie töricht es ist, die Wesen des Heidentums zu strafen, weil sie nicht imstande sind, dasselbe Bewusstsein und dieselbe Lebensauffassung wie die Wesen des Christentums zu haben? – Es ist ja Entwicklung, die der wirklich christliche Teil dem andern Teil voraus hat. Um wie der christliche Teil zu werden, muss der heidnische Teil ja dieselbe Entwicklung wie die durchmachen, die der christliche Teil durchgemacht hat. Wie schon beschrieben ist es selbstverständlich, dass sich die Wesen vor dem weniger entwickelten Lebenszustand des heidnischen Teils, der Lebensgefahr für andere Menschen bedeuten kann, schützen müssen. Aber dieser Schutz darf weder mit Hass, Folter noch mit Hinrichtungen durchgeführt werden. Er muss in absolut menschlichem Geist und mit wirklichem Verständnis geschehen, um in Kontakt mit dem absoluten oder wahren Christentum zu sein, das dasselbe ist wie die Kulmination von Liebe und damit auch die Kulmination von Gerechtigkeit. Und ist es nicht eben dies, was wir hier im Livets Bog durch die kosmischen Analysen bestätigt bekamen? – Und ist dies nicht gerade die Manifestation und Lebensart, die die Natur oder das Leben selbst durch alle seine Endergebnisse offenbart, da sie alle ohne Ausnahme zur Freude und zum Segen für Lebewesen sind? 


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