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(2396-2664,E) 
 
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Die unbekannte Nächstenliebe oder die beginnende Fähigkeit, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben  2584. So zeigt es sich hier, dass das absolut größte und lebensnotwendige Gebot des Lebensgesetzes dies ist, dass man seinen Gott über alle Dinge und seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll. Da die Entfaltung der Intelligenzfähigkeit im Dienste von Egoismus, von Totschlag und Verstümmelung nur zu Leiden führt und diese wieder die humane Fähigkeit oder den Anfang der wirklichen Nächstenliebefähigkeit verursachen, beginnt das Wesen ja, seine Umwelt mit dieser neuen Fähigkeit zu erleuchten und zu wärmen. Es ist diese Sympathie oder beginnende humane Fähigkeit, die allen den vielen humanen Gesetzes- und Rechtsverordnungen zugrunde liegt, die in den Staaten vorkommen, sowie allen Formen von Fürsorge und Hilfe für unglückliche und bedürftige Menschen in der Gesellschaft, von philanthropischen Tätigkeiten, Legaten und Stiftungen zur Hilfe und Unterstützung von Kunst und Wissenschaft, von Krankheitsbekämpfung und von vielem anderen, ganz abgesehen davon, dass die Menschen untereinander auch in großem Umfang in wachsender Sympathie oder humanem Gefühl leben. Dies zeigt sich besonders bei Katastrophen, wenn Menschen in großes Unheil oder in große Not geraten sind. Es ist sehr aufmunternd und herzerwärmend zu sehen, wie sehr sich die Menschen anstrengen, um Geld, Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände zur Hilfe für solche von Katastrophen betroffene Menschen zu sammeln. Das gilt nicht nur für unglückliche und bedürftige Menschen innerhalb des eigenen Staates der Wesen, sondern die Hilfe wird ebenso gut in Gang gesetzt, wenn es Katastrophenopfer außerhalb ihres eigenen Staats, außerhalb ihrer Nationalität betrifft. In solchen Situationen sieht man die täglich sehr oft verborgene Sympathie oder Liebe, die also in Wirklichkeit mehr oder weniger in diesen gewöhnlichen Menschen vorhanden ist. Aber je weniger entwickelt diese Liebesfähigkeit ist, desto katastrophalere Geschehnisse sind nötig, bevor sie reagieren und Mitgefühl zeigen, besonders Fremden oder Personen gegenüber, die sie nichts weiter angehen. Es ist ja für sie genug, Mitleid oder Liebe für die Wesen zu empfinden, für die sie schon vorher Sympathie haben, z. B. die Ehegatten, ihre Kinder, Eltern und Geschwister oder andere, an die sie auf die eine oder andere Weise gebunden sind, aber diese Sympathie ist nicht genug. Sie ist bei Weitem nicht das Endergebnis der Entwicklung der Liebe. Sie kann weder den Krieg noch die Not in der Welt abschaffen. Erst wenn die Sympathie so weit gewachsen ist und auch fremde Menschen umfasst, ja, sogar Menschen, die uns Unangenehmes zugefügt haben oder die uns feindlich gesinnt sind, kann sie beginnen, ein Faktor in der Schöpfung des Friedens zu werden. Wenn die sympathischen Anlagen und die hiervon ausgehende humane Fähigkeit oder Nächstenliebe eine solche Kapazität bekommen hat, dann beginnt sie, den Krieg in der Psyche ihres Urhebers abzuschaffen. Dann beginnt die Sonne der Liebe über der finsteren Nacht der Kriegsschauplätze aufzugehen. Dann werden die Todesgebiete der Kriegsschauplätze sowohl im Innern der Menschen als auch in ihrer äußeren Welt zu leuchtenden und wärmenden sonnigen Gefilden, wo es für die Menschen gut sein wird zu sein. Und es ist ja gerade die Entwicklung dieser Sympathie, die durch die privaten und öffentlichen Schlachtfelder des Jüngsten Gerichts oder der Gegenwart verursacht wird.


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