Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb doppelpolige Wesen intime Freundschaft mit Wesen ihres eigenen Geschlechts vorziehen statt mit Wesen des entgegengesetzten Geschlechts | 2617. Wenn das fortgeschritten entwickelte doppelpolige Wesen seine normale Sympathie, die absolut nichts mit Verliebtheit und Paarungstrieb zu tun hat, auf ein Wesen des entgegengesetzten Geschlechts richtet, wird dieses Wesen sehr leicht die Situation missverstehen und die genannte doppelpolige Sympathie, die in Wirklichkeit reine Nächstenliebe ist, als Verliebtheit auffassen. Und es kann dabei dazu kommen, sich selbst als Objekt dieser "Verliebtheit" aufzufassen, wie auch das Missverstehen dieser Sympathie oder Liebe eine beginnende wirkliche Verliebtheit oder Wiederverliebtheit in diesem Wesen dem doppelpoligen Wesen gegenüber verursachen kann. Da aber die Sympathie des entwickelten doppelpoligen Wesens wirkliche Nächstenliebe ist und keine Verliebtheit, kann eine solche Situation wie die oben genannte nur zu geistigem Kurzschluss oder zu "unglücklicher Liebe" bei dem einpoligen Teil führen. Das fortgeschrittene entwickelte doppelpolige Wesen kann deshalb nicht sehr viel von dieser seiner selbstlosen Liebe gegenüber einem stark einpoligen Wesen des entgegengesetzten Geschlechts zeigen, sondern kann das nur in einer sehr gemäßigten Form tun. Es kann dagegen in ein wenig größerem Umfang etwas mehr von seiner menschlichen Sympathie gegenüber schon sehr weit entwickelten Wesen seines eigenen Geschlechts entfalten, da diese Wesen natürlich nicht darauf kommen, sich in den Urheber dieser Sympathie zu verlieben, selbst wenn sie ihr begegnen. Dies bewirkt unter anderem, dass sich die Wesen mit schon sehr weit entwickelter doppelpoliger Sympathie oder Nächstenliebe vorzugsweise daran gewöhnen, intime Freundschaften und Verbindungen mit Wesen ihres eigenen Geschlechts zu bevorzugen. Und es ist gerade diese Situation, die Aufsehen bei der großen Mehrzahl seiner ihn umgebenden Mitmenschen weckt, da diese ja noch mehr oder weniger hervortretende einpolige Wesen sind und es als solche nicht kennen, eine besondere oder wirkliche Sympathie für Wesen ihres eigenen Geschlechts zu empfinden. Für diese Wesen ist das entgegengesetzte Geschlecht noch das primäre Objekt ihrer Sympathie. Es ist nicht so merkwürdig, dass solche Wesen das doppelpolige Wesen nicht verstehen können, das dieselbe Sympathie für Wesen ihres eigenen Geschlechts zu haben scheint, wie die einpoligen Wesen sie für das entgegengesetzte Geschlecht haben. Für sie ist ja die Lösung dieses Mysteriums unbekannt. Je sympathischer das Auftreten des doppelpoligen Wesens ist, ein desto größeres Mysterium ist dieses Wesen für die uneingeweihten oder stark einpoligen Wesen. |
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