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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(2396-2664,E) 
 
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Das Gebot, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, kann unmöglich erfüllt werden, wenn das betreffende Wesen auch das Ehegesetz erfüllen soll  2619. Wie sollte eine derartig alles überstrahlende Nächstenliebe mit einer bloßen Paarungs- oder Ehesympathie einhergehen können? – Wie sollte ein solches Wesen wie Christus eine Eheforderung gleichzeitig mit der Erfüllung der Forderung seiner Mission erfüllen können? – Die Forderung seiner Mission war ja ein vom Innern seiner eigenen Psyche ausgehendes alles überstrahlendes Begehren danach, Gottes Liebe und Weisheit konzentriert in seiner Lebensweise zur Hilfe für die ganze Menschheit zu entfalten. Dieser sein ganzer göttlicher Zustand war ja durch die Wirkungen seiner entwickelten doppelpoligen Natur entstanden. Seine Sehnsucht danach, Liebe zu entfalten, konnte unmöglich zufriedengestellt werden, ganz abgesehen davon, dass sie ebenso unmöglich entstanden wäre, wenn es für ihn das Primäre gewesen wäre, sich an das Gebot der Ehe "Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau" halten zu müssen. – Was ist eine solche Liebe neben einer Liebe, die ihren Urheber mit dem Wunsche erfüllt, die ganze Welt zu umarmen, ihn dazu bringt, Gott in allen Dingen zu sehen? – Wie sollten Christus und alle höher entwickelten und eingeweihten Wesen ihre Allliebe entfalten können, wenn sie die berechtigte Forderung eines Ehegatten erfüllen sollten, andere Wesen zu verlassen, und sich nur an ihren Ehegatten halten sollten? – Wie sollte das Nächstenliebegebot, Gott über alle Dinge und seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, erfüllt werden können, wenn es nicht die Absicht wäre, dass diese Forderung aufhören und das Wesen vom Tier zum Menschen verändert werden sollte? – Dieses, Vater und Mutter oder andere Wesen zu verlassen, um sich an seinen Ehegatten zu halten, ist nichts anderes als das, was das Tier in der Entfaltung seiner Sympathie leisten kann. Aber das Lebensgesetz fordert unerschütterlich Nächstenliebe oder Allliebe als das Ziel aller Entwicklung und nicht Verliebtheit oder Ehe. Und wenn man versteht, dass diese alles überstrahlende Lebensart der Liebe der Grundton im ganzen Weltall ist und dass die Wesen nicht von der Finsternis oder von den unglücklichen Schicksalen völlig frei werden können, ohne dass sich diese Liebe in ihnen entwickelt, die sie in ihrer Einstellung zu allem und jeden eins mit Gott macht, dann wird hier für den entwickelten Forscher die absolute lebensbedingende Notwendigkeit der Doppelpoligkeit zu einer Tatsache.


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