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| Die Menschheit und das Weltbild - Inhaltsverzeichnis |
47. Kapitel
Warum der "Zufall" nicht die erste Ursache des Lebens oder der Beherrscher der Natur sein kann
Ist nicht der Organismus des Forschers gerade diejenige Kombination von Materien oder Stoffen, in der er unmittelbar das tragende Grundprinzip vernehmen kann? –
In welcher anderen Materienkombination kann er auch nur annäherungsweise das Leben so klar vernehmen? –
Fühlt er sich nicht hier als Mittelpunkt, als den Willen führendes, bestimmendes und erlebendes Etwas? –
Ist es nicht gerade auf diesem vom Lebewesen beherrschten Gebiet eine unerschütterliche Tatsache, dass überhaupt gar nichts sich selbst erschaffen kann? –
Kann er nicht sehen, dass ein Haus, eine Maschine o.a. sich nicht selbst bauen kann, ein Anzug sich nicht selbst nähen kann, ja, ebenso wie ein Buch, ein Märchen, ein Schauspiel usw., ja, wie alles, was Menschen als Ergebnis der Schöpfung des Lebewesens kennen, unmöglich ohne Bewusstsein, Planung und Willensführung entstanden sein kann?
Dies bedeutet, dass es so weit, wie der Mensch überhaupt die Dinge mit wachem Bewusstsein klar und unmittelbar durchschauen kann, überhaupt nichts gibt, was ohne die Wirkung von Bewusstsein, Denken und Willensführung entstanden sein kann.
Innerhalb des gesamten Wahrnehmungsgebietes des Geschöpfes, also wo das Wesen unmittelbar erleben kann, ist es eine unumstößliche Tatsache, dass nichts von selbst entstehen kann.
Wenn dies der Fall ist, wie kann es dann aber logisch sein, in dem Gebiet, das für die Wahrnehmung mehr oder weniger unzugänglich ist, anzunehmen, dass die logischen Prozesse zweckmäßiger Schöpfung, die hier vor sich gehen und in Zweckmäßigkeit und künstlerischer Gestaltung nicht hinter den Erzeugnissen der bekannten Lebewesen zurückstehen, ein Ergebnis des Zufalls seien? –
Warum wird der Organismus des Lebewesens ein Leichnam, sobald das Bewusstsein und damit das Denken und die Willensführung in diesem Organismus aufgehört haben? –
Warum werden nicht alle Materienkombinationen, die außerhalb der Organismen der Lebewesen vorkommen und denen man also Bewusstsein, Denken und Willen abspricht, nicht auch zu Leichen? –
Ist es nicht eine Tatsache, dass die logische Schöpfung weiterhin stattfindet? –
Ja, ist der Auflösungsprozess der Leiche und die hierdurch verursachte Überführung der Materie in den Kreislauf nicht auch eine logische und in höchstem Maße zweckmäßige Schöpfungstätigkeit? –
Wie können in dem einen Falle Bewusstsein, Denken und Willensführung eine unbedingt unerlässliche Bedingung für Schöpfung sein und im andern Fall völlig überflüssig? –
Warum sollten ein vollständig zweckmäßiger Organismus, eine Pflanze, ein Tier, ja alle Erscheinungen, die das Bestehen der Arten bewirken, ihre Lebensformen und die hierdurch bedingten Körperformen sich nur auf der Grundlage des Zufalls bilden können? –
Warum wird das Leben hierbei nicht zum Chaos? –
Wenn der Mensch den Einfall hätte, seine Lebensführung nur vom Zufall abhängig zu machen, dann würde dieses Leben unvermeidlich Chaos werden.
Kann er überhaupt etwas nur dadurch logisch oder planmäßig erzeugen oder hervorbringen, indem er die Materialien zufällig zusammenwirft? –
Kann auf diese Weise der Uhrmacher Uhren, der Architekt Gebäude, der Tischler Möbel herstellen, der Schneider Kleider nähen usw.? –
Wie kann man glauben, dass diese törichte und unlogische Auffassung die Lösung des Lebensmysteriums, die Grundlage des Weltalls und damit des Lebens sein könne? –
Wenn der Zufall nur Chaos innerhalb der menschlichen Lebenszone bewirkt, wieso kann er dann strahlende und vollkommene Schöpfungen bilden, wo die menschliche Einsicht mehr oder weniger fehlt? –
Die Schöpfertätigkeit der Natur, die diejenige der Menschen weit überstrahlt, sollte demzufolge auf Zufall beruhen, während die menschliche nur aufgrund von Bewusstsein, Denken und Willensführung stattfinden kann?
Sollte man nicht glauben, dass es ein erschreckender Irrtum ist, eine Weltanschauung als Wissenschaft zu bezeichnen, wenn sie auf den Zufall als die tiefste Ursache des Lebens gegründet ist? –
Sind nicht Irrtum und Aberglauben die richtigen Namen dieser Auffassung, gleichgültig in welch hohem Maße sie von Universitäten und Instituten autorisiert und gutgeheißen werden? –
Zufall muss dort Planlosigkeit und Chaos schaffen, wo diese Auffassung das Leben beherrscht! –
Und sind nicht Denken, Planung und Willensführung dort erforderlich, wo zweckmäßige Schöpfertätigkeit stattfinden soll? –
Ist dies nicht die wichtigste Tatsache in unserem Verstand oder Bewusstsein, wo unser eigenes Ich mit der Materie zu tun hat?
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