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Die Menschheit und das Weltbild - Inhaltsverzeichnis   

 

 
62. Kapitel
Die ewige Analyse G des Weltbildes
Das Leben ist aber gemäß seiner höchsten Analyse mehr als das Schauen über Zeit und Raum und in die Dunkel- und Lichtregionen der Riesenbereiche der Ewigkeit selbst. Ein solches Schauen wäre an sich nur ein Erleben von toten, automatischen Funktionen, wenn diese auch zu kosmischen Erscheinungen gerechnet werden müssen und wenn sie auch in den schönsten Farben erstrahlen und die Kulmination von logischem Erleben von Wohlbehagen sind. Da logisches Erleben von Wohlbehagen dasselbe ist wie "Liebe", ist die Energieentfaltung des Universums identisch mit "Liebe". Da dieser psychische Zustand wieder eine geistige, organische Funktion ist und nur durch Willensführung ausgelöst werden kann und Willensführung wieder durch ein Ich oder durch das "Etwas" ausgelöst werden kann, das hinter den Erlebnissen existiert, das erlebt und sich äußert, kommt hier ein mystisches Wesen als Urheber all dieser Liebesäußerung des Weltalls zum Vorschein. Was, wer und wo ist dieses Wesen? – Bevor diese Frage nicht beantwortet ist, ist das Lebensmysterium nicht gelöst und das Weltbild noch nicht gefunden. Und solange man dieses nicht gefunden hat, können wir noch nicht das vollkommene, über das Tier erhabene souveräne Wesen sein, das wir gemäß dem Entwicklungsziel werden sollen, nämlich "der Mensch als Abbild Gottes, ihm gleichend".
      Wir wollen etwas näher betrachten, wer oder was außer uns selbst und den uns bekannten Wesensarten Denktätigkeit ausüben und Willen führen kann. Für den nicht eingeweihten Menschen sind die Menschen die Wesen, in denen das Denken und Willensführen am vollkommensten sind. Unter den Menschen stehen die Tiere. Unter den Tieren kommen die Lebensformen vor, die wir als Pflanzen bezeichnen, und unter diesen regen sich wieder Energieformen, die man als tot anzunehmen geneigt ist, als zufällige Kräfte, nämlich die Mineralien. Da aber die hier genannten anerkannten Lebensformen, die Pflanzen, die Tiere und die Erdenmenschen nur einen so verschwindenden, mikroskopisch kleinen Teil des Weltalls darstellen, welches die Unendlichkeit in Zeit und Raum ist, stehen die Lebensformen dieser Wesen zusammengenommen für weniger als ein einzelnes fallendes Blatt im Verhältnis zu den Urwäldern aller Welt oder als ein einziges Samenkorn im Verhältnis zur Pflanzenwelt der ganzen Erde. Das gesamte irdische Leben ist im Verhältnis zur übrigen Energieentfaltung des Weltalls somit nur mit dem Staubkörnchen im Verhältnis zum Erdball, der Sekunde im Verhältnis zum Jahrhundert, zum Jahrtausend oder zu den Jahrmillionen zu vergleichen. Nur dieses Staubkörnchen im Universum gefunden zu haben, ist dasselbe, wie nur ein so kleines Erlebnisvermögen zu besitzen, dass man überhaupt kein Leben außerhalb des Staubkörnchens von Leben sehen kann, von dem wir selbst nur ein mikroskopisch kleiner Bruchteil sind. Ein Wesen aber, dessen Sinne in Wirklichkeit nur Millionstel von Millionsteln eines Dinges sehen können, sieht dieses Ding ja nicht. Und so winzig ist das von Menschen Geschaute in Bezug auf das Weltall außerhalb seiner eigenen Lebensform und der der bekannten Lebewesen, dass er dort in Wirklichkeit gar kein Leben sehen kann. Alles wird daher dort als das zufällige Zusammenspiel "toter" Naturkräfte aufgefasst, gleichgültig für welch logische Schöpfung, welches kulturelle oder nützliche Gute es auch Ausdruck sein mag. Kein Wunder, dass dieser Energieozean, dieser unermesslich logische Lebensäußerungs- oder Schöpfungsprozess, dieser riesenhafte Ausdruck für die Erfüllung zweckmäßiger oder nützlicher und damit liebevoller Ziele, dieser Ozean von Lebensäußerungen, diese riesenhafte, logische Willensführung oder Kundgebung von Bewusstsein, Mentalität oder Psyche spurlos am Fassungsvermögen des Mikrostaubkörnchens vorübergeht, insbesondere, solange dieses mikroskopisch kleine Fassungsvermögen noch vollständig durch den Kampf ums tägliche Brot getrübt und durch tierischen Selbsterhaltungstrieb und spätere Selbstanbetung gebunden ist. Wie soll dieses Staubkörnchenwesen Leben, Willensführung und Liebesentfaltung in den Kräften des Universums sehen können, wenn es seine von vornherein schon mikroskopisch kleine Wahrnehmungsgabe auf die Kräfte, aber nicht auf den Urheber der Kräfte richtet? – Wie soll es "den Schöpfer" finden können, wenn es nicht diesen, sondern nur "das Erschaffene" sucht? – Was es nicht sucht, kann es nicht erwarten zu finden. Es ist nicht so eigenartig, dass dieses Wesen nur Kräfte sieht, aber keinen Urheber zu den Kräften und daher nur den "Zufall" als die tiefste Ursache und als den Urheber zu den Kräften angeben kann. In Wahrheit, hier ist dem Ich oder dem Lebewesen das Leben abhanden gekommen. Hier sieht es nur den Tod. Hier ist es "den Tod gestorben", der als Resultat "des Genusses vom Baum der Erkenntnis" angekündigt wurde, welcher Genuss dasselbe ist wie die Aneignung der Herrschaft über die Kräfte ausschließlich zum eigenen Vorteil und damit auf Kosten der anderen Wesen. Diese Verehrung oder Anbetung der Macht anstatt des Urhebers der Macht führt also das Ich in die Bewusstseinseinengung, die "Tod" heißt oder im Riesenkreislauf die kalte und leblose Jahreszeit ist, die dem Prinzip des Winters entspricht. Hier ist "der verlorene Sohn" weit von seinem Vater entfernt. Hier wurden "Adam und Eva" "aus dem Paradiese ausgetrieben". "Der Tod" ist somit die Bewusstseinssphäre des gottlosen oder materialistischen Menschen. Dieser "Tod" unterscheidet sich von dem im täglichen Leben bekannten Prozess gleichen Namens dadurch, dass er ein besonderer bestimmter Bewusstseinsverlust ist, während der allgemein bekannte Tod dagegen nur der Verlust des vorübergehenden physischen Organismus des Ichs ist. Dass der Tod somit keine vollständige Zerstörung oder Auflösung des Lebewesens ist, sondern nur unter zwei Hauptformen existiert: dem geistigen Tod, der kein Tod ist, sondern ein gewisser Grad von Mentalitätseinengung oder eine Bewusstseinseinengung, und dem physischen Tod, der ebenfalls kein Tod ist, sondern ein Glied in einem physischen Organismuswechsel, das ist die ewige Analyse G des Weltbildes.


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