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122. Kapitel

Die Wissenschaft oder die Wesen, die nicht mehr glauben können und die deshalb nur von Tatsachen zufriedengestellt werden können  Die Erdenmenschheit ist wie gesagt auf dem Weg fort von der "göttlichen Suggestion", d.h., sie ist auf dem Weg fort von Dogmen, von alten Vermutungen, alten Traditionen, von alten Sitten und Gebräuchen, und befindet sich auf dem Weg zur Wahrheit, der einzigen absoluten Wirklichkeit. Auf dieser Wanderung sind natürlich nicht alle Wesen der Erdenmenschheit gleich weit gekommen. Einige sind nur auf dem Weg zu neuen, aber in der Regel besseren Vermutungen, zu neuen Dogmen, sind noch der Herdentendenz unterworfen, wagen es nicht, allein zu gehen, wagen es nicht, mit der Minderzahl zu gehen, wagen es nicht, von der üblichen Meinung oder Auffassung, d.h. der der Mehrzahl, abzuweichen. Andere dagegen sind wissenschaftlich veranlagt. Ihre Fähigkeit zu "glauben" lässt nach, was wiederum eine andere Tendenz hervorbringt, nämlich den Drang zu "wissen". Solche Wesen können nicht dazu beeinflusst werden, mit den Auffassungen und Behauptungen anderer zur Ruhe zu kommen, ganz gleich von welcher großen Mehrzahl diese Auffassungen und Behauptungen auch vorher akzeptiert sein mochten. Solche Wesen können nur in einer Auffassung Frieden finden, deren rein intellektuelle Analysen zur Tatsache geworden sind. Eine Auffassung, die immer noch nur ein Gefühlsprodukt ist und die einer intelligenzmäßigen oder rein wissenschaftlichen Begründung völlig entbehrt, ist für diese Wesen nicht annehmbar, ganz gleich wie viele und wer auch immer diese Auffassung repräsentieren mag.
      Diese Wesen sind also in der Realität in Bezug auf das Denken freigestellt und haben als Basis für ihre Auffassung und für ihr Denken die mehr oder weniger intellektuellen Fazits, die sie mit ihrem Begehren nach Wissen zu guter Letzt suchen. Solche Wesen kennen wir unter dem Begriff "Wissenschaftler" oder Forscher. Und ihre Resultate sind das, was wir die "Wissenschaft" nennen.


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