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128. Kapitel

Eine Dekoration aus Schnittblumen ist in Wirklichkeit eine Mordglorie, die jedoch von den schönen Farben und der Pracht der Pflanze verborgen wird  Solange man kraft der Suggestion noch Tiere jagt und tötet, die doch dem Erdenmenschen in der Entwicklung verhältnismäßig nahe stehen, solange man ihre Eingeweide noch herausreißt, ihr Fleisch zerschneidet und ihre Leichen verzehrt, sollte man nicht viel Verständnis und Pardon erwarten, wenn es um Pflanzen oder vegetabilische Formen von Lebewesen geht, die ja von der menschlichen Entwicklungsstufe noch weiter entfernt sind als die Tiere und deren Identität als lebende und fühlende Wesen deshalb noch schwieriger zu verstehen und aufzufassen ist. Das Töten und Verstümmeln von Blumen kommt auch fast bei jeder denkbaren Gelegenheit im erdenmenschlichen Dasein vor, bei jeder Huldigung, bei jeder Gunstbezeugung. Und je berühmter oder sozial hochstehender eine Person ist, desto größer ist die Mordglorie in Form von Schnittblumen und amputierten Pflanzengliedern, die ihre Geburtstage, Jubiläen, ihre Beerdigungszeremonie, ihren Sarg schmückt. Ja, sogar ins Grab wird zuweilen eine Menge von diesen abgerissenen Blumengliedern geworfen – organische Körperteile von Lebewesen. Die Finsternis der Suggestion ist total. Die Mordglorie wird im Augenblick des Zeremonienvorgangs von dem noch schönen Lächeln der Blumen in Duft und Farben verborgen. Denn das haben die Pflanzen mit allen anderen Lebewesen gemeinsam, die in sehr naher Verbindung mit den höchsten Welten stehen (die Pflanze hat ihr Tagesbewusstsein im "Seligkeitsreich", s. "Livets Bog", Band 1, Stück 183), dass sie sogar im Todeskampf immer noch ihr göttliches Lächeln zeigen und ihre Henker oder Mörder mit ihrem allumfassenden strahlenden Segen wärmen können.


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