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202. Kapitel

Wenn alle Nationen der Erde ein Staat und die Menschen der Welt ein Volk geworden sind  Wenn die Nationen Provinzen in einem Staat geworden sind, gibt es in Wirklichkeit nur ein Volk auf der Welt. Wenn es aber nur ein Volk auf der Welt gibt, gibt es niemanden, mit dem Krieg geführt werden kann, niemandem sind mehr Zollgrenzen zu setzen, von niemandem ist zu kaufen, an niemanden ist zu verkaufen. Ein Volk ist dem Prinzip nach mit einem Individuum zu vergleichen. Ein Individuum kann nicht mit sich selbst "handeln". Das Geld verliert die Basis für seine Existenz und wird ganz überflüssig. Die hochwissenschaftliche Verwaltung, die die Welt regieren wird, kann die naive und ganz unlogische Tradition nicht aufrechterhalten oder erlauben, die wir unter dem Begriff "Geschäft" kennen, das in Wirklichkeit nur maskierter Raub ist, ein Mittel, mit dem künstliche oder maskierte Gewerbezweige aufrechterhalten werden können. Künstliche Gewerbezweige sind wiederum Methoden, mit denen sich das Wesen Werte aneignen kann, ohne irgendeine Arbeit zu leisten. Ein Mann kauft z.B. ein Haus und zahlt dafür eine bestimmte Summe. Gleich danach verkauft er es wieder und erhält die doppelte Summe für das Haus, ohne irgendeine Arbeit für den entstandenen Mehrbetrag geleistet zu haben. Die Spekulation oder Überredungskunst, die er vielleicht an den Tag legen musste, um das genannte Resultat zu erreichen, hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was die Menschen des Zukunftsstaates unter ehrlicher Arbeit verstehen. Deshalb werden in diesem Staat überhaupt keine Transaktionen dieser Art stattfinden können, da man nämlich schon längst alles, was "Geld" heißt, abgeschafft hat. Nur "Arbeit" kann als Zahlungsmittel existieren. Alle Menschen besitzen die Materie, die Erde, die Materialien. Aber es kostet "Arbeit", diese Materialien im Dienste der Menschheit brauchbar zu machen. Das ist die einzige natürliche Schranke zwischen dem Wesen und der Welt. Mit Hilfe von Geld können sich die Menschen heutzutage davon freikaufen, die "Arbeit" zu leisten, die es kostet, die Materialien für die Erhaltung ihres eigenen Lebens brauchbar zu machen. Das hat zur Folge, dass diejenigen, die kein Geld haben, nicht nur die Arbeit für ihre eigene Existenz leisten müssen, sondern auch die Arbeit, die das Leben oder die Existenz der besitzenden Klasse kostet. Dies bewirkt wiederum, dass die ersteren sich abarbeiten müssen, unkultiviert werden und vorzeitig altern, während die anderen überkultiviert, träge, faul und hochmütig werden. Hier gibt es natürlich Ausnahmen. Aber im Großen und Ganzen sind die Resultate des Geldes die hier angeführten. Dieses primitive Übel wird im Weltstaat nicht geduldet. Alles kostet "Arbeit", aber kein "Geld". Arbeitsfähigkeit und Arbeitskraft werden zu jeder Zeit reichlich in der Welt vorhanden sein und besonders, da man es im Zukunftsstaat in einem viel größeren Ausmaß als jetzt verstehen wird, Maschinen und übrige technische Hilfsmittel anzuwenden. Wir sehen ja auch, dass enorme Arbeitskräfte, die heute überschüssig sind, untergehen und Mittellosigkeit, Armut und Revolution verursachen. Dieser ungesunde Müßiggang, dem Millionen von Menschen heutzutage preisgegeben sind, kann unmöglich in einer Welt existieren, in der es kein "Geld" gibt und deren einziges Zahlungsmittel die "Arbeit" ist.


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