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33. Kapitel

Die Lebensanschauung des Materialisten  Als "Materialisten" sind hier also Individuen zu verstehen, deren höchste Kenntnisse nur aus Fazits in Maß, Gewicht und Geschwindigkeiten bestehen. Kenntnis von der tiefsten Ursache dieser Realitäten haben sie nicht, da die Ursachen, die sie nachweisen, immer nur mit neuen Maßen, Gewichten und Geschwindigkeiten und so fortsetzend identisch sind. Da aber diese Materieforscher also überall nur zu Maß, Gewicht und Geschwindigkeiten kommen, nur zu Vibrationen oder Bewegungen, kommen sie nicht zum "Lebenden" oder zum Leben selbst. Sie fahren damit fort, in grenzenloser Unwissenheit über diesen größten Hauptfaktor des Daseins zu leben.
      Die Analyse des Lebewesens haben sie nur in Gramm, Vibrationen und Bewegungsformen. Das Lebewesen ist für sie also nur als eine Kombination von Chemikalien, Säuren, Stoffen oder Materien sichtbar. Dass diese Kombination denken, handeln, erschaffen oder manifestieren kann, davon sind sie in außerordentlich großem Ausmaß noch unbeeinflusst, da sie das Vorhandensein überphysischer Kräfte in demselben Ausmaß noch nicht anerkennen. Wenn sie aber das Vorhandensein überphysischer Kräfte nicht anerkennen, leben sie in Wirklichkeit, wenn auch in gewissem Grad unbewusst, mit der Vorstellung, dass eine Sammlung Chemikalien, Säuren, Stoffe oder Materien denken, handeln, erschaffen und manifestieren oder Willen, Intelligenz und Gefühl aufweisen könne. Dies wird umso mehr eine fantastische und im höchsten Grad unwissenschaftliche Erkenntnis, da man die oben genannten Eigenschaften der Materie niemals außerhalb des Lebewesens findet. Man hat noch niemals gesehen und wird niemals sehen, dass eine gewisse Anzahl Gramm dieser oder jener Art von Chemikalien, von Materie beim Vermischen sofort zu denken und zu handeln anfängt, also zu einem Lebewesen wird. Da aber die Chemikalien dies nicht tun, wird es damit sichtbar, dass das Lebewesen etwas anderes und mehr ist als eine Ansammlung von Materie und dass gerade dieses "Andere" das Schöpfende, das den Willen Manifestierende ist und das ist, was für Intelligenz und Gefühl maßgebend ist. Dieses "schöpfende Etwas" abzustreiten, bedeutet den "Schöpfer" zu verleugnen. Da aber die Schöpfung nichtsdestoweniger überall eine unumstößliche Tatsache ist, bedeutet das Verleugnen des "Schöpfers" in Wirklichkeit dasselbe wie indirekt zu behaupten, dass sich die Dinge von selbst erschaffen würden. Und diese indirekte Behauptung ist der schwache Punkt in der Lebensauffassung der Materialisten, da sie für das Zufriedenstellen des angeborenen religiösen Drangs und des Wissensbegehrens des Individuums auf die Dauer ganz unmöglich oder unhaltbar ist. Sie kollidiert nämlich überall mit der wachsenden Intelligenz oder mit dem Wissen über die Logik. Dass ein Ding von sich selbst entstehen kann, dass eine Ansammlung von Chemikalien, Säuren und Flüssigkeiten Willen bekommen kann und denkend und schöpferisch wird, ist eine Auffassung, die sich niemals auf Logik gründen kann. Was würde man z.B. von einem Mann halten, der zu behaupten beginnt, dass ein Stuhl ohne Tischler, eine Uhr ohne Uhrmacher, ein Anzug ohne Schneider, ein Buch ohne Verfasser usw. entstanden ist? – Würde man nicht annehmen, dass er in eine Nervenheilanstalt gehöre? – Und doch wäre er keineswegs mehr in Disharmonie mit den Gesetzen der Logik als der "Wissenschaftler", der behauptet, dass es nichts Überphysisches am Lebewesen gäbe und dass dieses also keinen unsterblichen Lebensfaktor ausmache, sondern ganz einfach nur eine Sammlung Materie sei. Denn es ist ja gerade eine Tatsache, dass diese Sammlung Materie mindestens ebenso intelligent oder vernunftgemäß aufgebaut ist wie ein Stuhl, eine Uhr, ein Anzug, ein Buch; ja, diese Realitäten sind fast als nichts anzusehen im Verhältnis zu dem subtilen System und den zweckmäßigen Vorrichtungen, die die Struktur des Lebewesens repräsentieren. Den zweckmäßigen Vorrichtungen jedoch zuzuerkennen, dass sie von selbst entstanden seien, dass sie entstanden seien ohne jegliches Denken oder vorhergehende Planung, kann gemäß der wahren Analyse niemals als "wissenschaftlich" bezeichnet werden.


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