Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Beisetzung - Inhaltsverzeichnis |
36. Kapitel |
| Das alte Bild von der Gottheit als ehrwürdiger Greis, der über den Wolken das Weltall dirigiert, entspricht als Symbol mehr der Wahrheit als das moderne materialistische Weltbild |
Während die materialistische Auffassung also nichts "Überphysisches" anerkennt und ihr Urheber damit hauptsächlich seine eigene wirkliche Existenz oder das lebende "Etwas" leugnet, das kraft der Identität dieses Urhebers das Leben erlebt, das in Form des Ichs denkt, handelt oder Willen, Intelligenz und Gefühl manifestiert, weswegen die Materie oder das "Erschaffene" von diesem Urheber als das einzig Realistische betrachtet wird, beobachtet der "geistig" eingestellte Forscher das "Überphysische", das von ihm als der einzige absolut wirkliche "feste Punkt" des Daseins anerkannt wird.
Die "Geisteswissenschaft" folgt also der Generallogik des Daseins, die darauf hinausläuft, dass "sich nichts von selbst erschaffen kann".
Sie unterscheidet scharf zwischen dem "Schöpfer" und dem "Erschaffenen".
Für den fortgeschrittenen Geistesforscher ist der "Schöpfer" also eine ebenso realistische Tatsache wie das "Erschaffene". Dass dieser "Schöpfer" oder dieses unsichtbare "Etwas" ein Greis mit weißem Bart ist, der unter dem Begriff "unser Herrgott" auf einem mächtigen Thron sitzt und die Welt lenkt, ist eine Auffassung, die vom entwickelten Geistesforscher natürlich nur als ein "Symbol" der wirklichen Tatsache akzeptiert werden kann. Aber als Symbol ist diese Auffassung, wie der entwickelte Leser in Anbetracht des Obigen nun leicht verstehen wird, viel mehr in Harmonie mit der Wirklichkeit als die Auffassung des Materialisten, die darauf hinausläuft, dass die Dinge von selbst entstehen. Natürlich ist das lebende "Etwas" hinter der Natur und dem Dasein kein Greis, der auf einem Thron aus Holz oder Gold sitzt, ist kein Wesen, das in einer bestimmten Form oder Gestalt auftritt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass eine willens-, intelligenz- und gefühlsmäßige Entfaltung in allen sichtbaren Manifestationen offenbart wird und dass die höchste Logik im Dasein uns dazu zwingt zu erkennen, dass diese Entfaltung ohne Anknüpfung an ein "lebendes Etwas" unmöglich ist, da die Materie, die Stoffe oder die Chemikalien nicht denken und handeln oder Intelligenz und Gefühl haben können. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht