Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Beisetzung - Inhaltsverzeichnis |
81. Kapitel |
| Wo das tötende Prinzip keine Lebensbedingung ist, ist dessen Praktizieren ein Verstoß gegen das Gesetz der Nächstenliebe |
Nun gibt es vielleicht Leser, die Einwände vorbringen und meinen, dass das hier Berichtete viel zu übertrieben sei und dass man im täglichen Leben unmöglich eine solche Lebensweise erfüllen könne wie diejenige, die hier als der absolute Weg zum Licht, zu der Großen Geburt angewiesen ist.
Sie werden vielleicht behaupten, dass man nicht einmal einen Liter Wasser kochen könne, ohne Mikroindividuen in hohem Ausmaß zu vernichten und zu töten, dass man sich nicht einmal draußen im Freien bewegen könne, kaum irgendwo hintreten könne, ohne – wenn auch gegen seinen Willen – ein Unglücksfaktor für die Mikrowelten zu sein.
Und dazu muss ich sagen, dass in meinen Analysen natürlich nichts übertrieben ist, es aber ganz richtig ist, dass man hier auf diesem Erdball oder auf dieser Welt nicht leben kann, ohne – wenn auch gegen seinen Willen – zu töten.
Die Erde gehört nämlich zu den Himmelskörpern, auf denen das tötende Prinzip noch in großem Ausmaß eine Lebensbedingung ist.
Aber sie befindet sich doch in ständiger Entwicklung.
Und das bedeutet wiederum, dass das tötende Prinzip als Lebensbedingung degeneriert, am Abnehmen ist, und dass eine neue Lebensbedingung, das lebengebende Prinzip oder die Liebe, am Hervorsprießen ist.
Das heißt wiederum, dass die Abhängigkeit vom tötenden Prinzip als Lebensbedingung immer geringer wird.
Im gleichen Ausmaß entsteht also ein immer größer werdendes Gebiet, auf dem das tötende Prinzip als Lebensbedingung nicht mehr existiert, aber trotzdem von den Menschen aufgrund alter Gewohnheiten, Unbedachtsamkeit und Unwissenheit praktiziert und aufrechterhalten wird.
Und nur innerhalb dieses Gebiets ist das Liebesgebot an den Erdenmenschen gerichtet worden.
Dieses Gebot ist nicht dafür vorgesehen, Unmöglichkeiten zu verlangen.
Es gebietet nur die Einhaltung in den Bereichen, wo es absolut keine Lebensbedingung ist zu töten.
Mit diesen Bereichen soll das Individuum zu jeder Zeit in Verbindung stehen.
Es ist keine normale Lebensbedingung für ein Individuum, unnatürliche und schädliche Nahrungsmittel und Getränke zu genießen.
Es ist keine Lebensbedingung für den Menschen, Fleisch- und animalische Fettprodukte zu essen.
Es ist keine Lebensbedingung, seinen Nächsten zu verleumden, jähzornig zu sein, rachsüchtige und böse Gedanken gegen andere zu hegen und dadurch – abgesehen davon, dass man diesen anderen die Luft verpestet – auch den Magnetismus seines eigenen Blutes unterminiert und schlechte Gesundheit hervorruft.
Es ist auch keine Lebensbedingung, animalische Stoffe zu verbrennen, animalische Lichtquellen wie Talgkerzen, Weihnachtskerzen usw. anzuwenden, wie es natürlich auch niemals, unter überhaupt keinen Umständen, eine Lebensbedingung sein kann, seine eigene Leiche verbrennen zu lassen.
Es gibt also viele tötende und schicksalsunterminierende Gebiete, die keine Lebensbedingung sind und deshalb vom Individuum bekämpft werden müssen. Aber es gibt natürlich Gebiete, wo sich das Individuum aufgrund des noch niedrigen Entwicklungsstandards der Erde des tötenden Prinzips bedienen muss. Der Mensch kann von Fruchtfleisch allein noch nicht leben und muss deshalb bis zu einem gewissen Grad vegetabilische Nahrungsstoffe mit Lebenseinheiten von so hervorragendem Charakter in sich aufnehmen, dass diese entweder durch Kochen oder durch den Verdauungsprozess im Organismus getötet werden müssen, damit die Lebenseinheiten, die die eigentliche Nahrung sind, freigemacht werden können. In all solchen Fällen, in denen das Beschützen der Mikroindividuen Tod und Untergang für das Makroindividuum bedeutet, kann das tötende Prinzip nicht ignoriert werden. In solchen Fällen steht das Individuum ja zwei Formen der Auslösung des tötenden Prinzips gegenüber und muss sich selbstverständlich der Form bedienen, die die kleinstmögliche Tötung verursacht. Von zwei Übeln muss man das kleinste wählen. Bei einer liebevollen und vernunftgemäßen Forschung wird das Individuum niemals im Zweifel sein, wann es sich notwendigerweise des tötenden Prinzips bedienen muss und wann es von diesem nicht abhängig ist. Da, wo es von diesem nicht abhängig ist, ist sein Übungsfeld, um sich dieses Prinzip abzugewöhnen. Da muss es hundertprozentig ignoriert werden. Aber auf den Gebieten, wo es noch eine wirkliche Lebensbedingung ist, kann nur die eigene Entwicklung der Erde etwas daran ändern. Da könnte es Selbstmord bedeuten, wenn das Individuum das tötende Prinzip ignorieren würde. |
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