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| Das Schicksalsspiel des Lebens - Inhaltsverzeichnis |
2. KAPITEL
Die Rollen der Vergangenheit und der Zukunft
Wenn wir einen solchen neuen Abschnitt des Schicksalsspiels beginnen, haben wir natürlich weiterhin Mitspieler, von denen einige die Rolle der Vergangenheit und andere die Rolle der Zukunft spielen.
Die Mitwesen oder Mitspieler, die die Rolle der Vergangenheit spielen, verbinden die Gegenwart mit den vorangegangenen Akten.
Aber was sind das für Mitwesen, die diese Rolle in unserem Schicksalsspiel haben?
Unsere Vergangenheit wird von all den Mitwesen gespielt, deren Mentalität ganz genau das Niveau erreicht hat, das den noch unfertigen, primitiven und unentwickelten Teil unseres Bewusstseins ausmacht. Genau diese Wesen sind es, durch die wir unsere eigene Vergangenheit als Schicksal erleben. Sie sind die Werkzeuge oder Schauspieler, die die Vorsehung benutzt, damit wir den unfertigen Seiten unseres eigenen Bewusstseins von Angesicht zu Angesicht gegenübergestellt werden. Durch sie ernten wir in der Gegenwart, was wir in der Vergangenheit gesät haben. Wir werden faktisch – von der Mikrowelt über Pflanzen, Tiere und primitive Menschen bis zu den Menschentypen, die in etwa dieselbe Entwicklungsstufe repräsentieren wie wir selbst – mit unserer eigenen Vergangenheit konfrontiert, verkörpert in unserer eigenen Gegenwart. Wir können hier all die mentalen Stufen und Prinzipien sehen, die der Gegenwart unseres Lebens vorausgegangen sind. Aber wie kann unsere Zukunft in der Gegenwart repräsentiert werden? Wir sind ja nicht nur von Wesen umgeben, die sich auf niedrigeren Entwicklungsstufen befinden als wir. Vielmehr begegnen wir auch Wesen, die eine ganze Reihe von Torheiten und Unvollkommenheiten überwunden haben, denen wir selbst vielleicht noch unterliegen. Der Zuschauer in uns macht sich seine Gedanken und hat seine Sehnsüchte und Wünsche, was auf der Bühne passieren soll, und wird zu solchen Wünschen geradezu inspiriert, indem er die Handlungsweise der Wesen erlebt, die eine größere Liebe und Intellektualität oder Schöpfungsfähigkeit aufweisen als wir selbst. Der Zuschauer ist zwar ein passiver Teil, aber nur in der Weise, dass dieser Zuschauer nicht in das eingreift, was derzeit auf der Bühne passiert. Es gibt aber auch eine Form von Aktivität in diesem Teil unseres Bewusstseins, die sich in der Weise bemerkbar macht, dass die Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte des Zuschauers in das Überbewusstsein im Schicksalselement einströmen und auf die Talentkerne einwirken. Dort werden die Erfahrungen, die wir machen, gesammelt. Sehnsüchte und Wünsche werden zur Ursache für die Entwicklung neuer Talentkerne und dafür, dass gewisse alte Talente, von deren Entfaltung wir gesättigt sind und die wir als böse auffassen, degenerieren. Die Aktivität auf der Bühne, die durch uns selbst als derjenige Schauspieler entfaltet wird, der die Rolle der Gegenwart spielt, wird dadurch verändert. Neue Fähigkeiten und Talente können sich so durch üben und versuchen allmählich entfalten und zu angeborenen Fähigkeiten werden, die der Schauspieler in den kommenden Akten mitbringt. Dort tritt er oder sie zwar in einer neuen Gestalt auf, ist aber doch dasselbe ewige Wesen, das gerade durch seine Eigenschaften, sowohl als Schauspieler als auch als Zuschauer, Möglichkeiten hat, entwickelt zu werden und daran beteiligt zu sein, die Szenerie oder den Schauplatz von einem höllenartigen, dunklen Zustand voller Schmerzen und Leiden in eine märchenhaft schöne Welt zu verwandeln, in der die Nächstenliebe und die Entfaltung genialer schöpferischer Kräfte das Leben zum schönsten Kunstwerk machen. |
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