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Das Schicksalsspiel des Lebens - Inhaltsverzeichnis   

 

 
3. KAPITEL
Wir werden zu Co-Regisseuren
Die Kulissen und Masken wechseln also auf dieser Bühne, die unser physisches Tagesbewusstsein in wechselnden Inkarnationen ist. Es sind aber nur die Szenerien, die verwandelt werden. Es ist derselbe Schauspieler und Zuschauer (wir selbst), der die wechselnden Szenen erlebt und selbst daran beteiligt ist, die Verwandlungen herbeizuführen. Wir sind also nicht nur Schauspieler und Zuschauer, sondern wir sind – allmählich, wenn wir entwickelt werden und der Zuschauer in uns von der Handlung ergriffen wird und anfängt, Wünsche und Sehnsüchte zu erschaffen – auch Co-Regisseure. Jeder von uns wird täglich klüger und wird nicht genau so handeln, wie er es früher einmal getan hat. Daran sollten wir auch denken, wenn wir diejenigen Mitwesen oder Mitspieler in unserem Schicksalsspiel betrachten, die die Vergangenheit repräsentieren. Wir können uns nicht vorstellen, so zu handeln, wie sie handeln, und vielleicht kritisieren wir sie, ja vielleicht sagen wir sogar, dass wir sie verachten. Aber wenn wir uns nicht vorstellen können, das zu tun, was sie tun, dann liegt das daran, dass das, was sie tun, unsere Vergangenheit ist. Das ist etwas, was wir ausgelebt haben. Wir haben bereits die Erfahrungen und Talentkerne in unserem Schicksalselement, die bewirken, dass wir nicht mehr rauben und plündern, stehlen und betrügen und auch nicht mehr lügen und verleumden wollen usw. Das ist für uns keine Gegenwart mehr, sondern nur Vergangenheit. Und diese Vergangenheit sehen wir also durch andere Wesen um uns herum repräsentiert.
      Aber damals, als diese Eigenschaften Gegenwart für uns waren, hatten wir natürlich nicht die Erfahrungen und Talente, die wir jetzt haben. Aber die haben die Menschen, die zu kritisieren wir vielleicht geneigt sind, auch nicht. Und man kann nicht verlangen, dass ein Individuum von Erfahrungen ausgehend handeln oder denken soll, die es noch nicht hat. Also sind wir in unserer Kritik an ihnen oder in unserer Verachtung ihnen gegenüber fast ebenso dumm, wie sie es sind. Wir haben uns also um jenes kleine Bisschen weiter entwickelt, das bewirkt, dass wir nicht mehr so handeln können wie sie, aber nicht genug, um zu sehen und zu verstehen, dass sie zurzeit nicht anders sein können, als sie eben sind, nicht genug, dass wir ihnen vergeben können und vielleicht versuchen würden, ihnen zu helfen. Wir müssen versuchen, daran zu denken, dass wir in ihrem Schicksalsspiel einer der Schauspieler sind, die die Zukunft repräsentieren. Und je mehr wir auf die Zuschauer in ihrem Bewusstsein durch unser Beispiel, durch die Art, wie wir denken, fühlen und handeln, inspirierend wirken können, desto mehr sind wir gerade daran beteiligt, die Szenerie hier auf dem irdischen Schauplatz zu verwandeln. Und außerdem verwandeln wir damit auch unser eigenes Schicksalsspiel.
      Nicht nur diejenigen Wesen, die unsere Vergangenheit und den primitiveren Teil unseres Bewusstseins repräsentieren, erschaffen Schicksal. Dort, wo wir mit unseren humanen und intellektuellen Fähigkeiten oder vielleicht nur durch eine liebevolle Wesensart zum Nutzen und zur Freude für andere sind und damit inspirierend auf die Zuschauer in deren Bewusstsein wirken, erschaffen wir auf eine solche Art und Weise für uns selbst Schicksal, dass diejenigen Wesen, die für uns die Zukunft repräsentieren, liebevoll und inspirierend uns gegenüber auftreten werden, und dass sie – durch die Sehnsüchte und Wünsche, die die Entwicklung neuer Talentkerne von hochintellektuellem Charakter in unserem Schicksalselement in Gang setzen – uns neue Möglichkeiten eröffnen werden.


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