Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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2. Kapitel
Die praktische Wesensart der Liebe als Erlösung der Welt
Aber durch den Welterlöser sollte ein noch stärkeres, von der Strahlenflut des Geistes Gottes ausgehendes Licht offenbart werden.
Die Prinzipien der Liebe sollten nicht nur in schönen Worten und Hymnen offenbart werden.
Sie sollten nicht bloß abstrakt bleiben.
Sie mussten auch als praktische Lebensweise oder Wesensart in Fleisch und Blut offenbart werden.
Wie sonst sollten der Menschheit die Augen geöffnet werden?
Wie sollte ihr sonst bestätigt werden, dass eine Mentalität, die alle hier genannten Liebesprinzipien in der Wesensart verwirklicht, keine Utopie, keine Fantasie oder Unwirklichkeit war, sondern eine unverrückbare Realität, die nicht nur schon in Fleisch und Blut existierte, sondern außerdem auch ein von Gott manifestiertes Modell war, das die Menschen in aller Welt in ihrer Gesinnung und Wesensart nachahmen sollten, um aus der finsteren Nacht der Kriege und Leiden heraus- und zu der lebenspendenden Herzenswärme und den sonnigen Gefilden der Liebe und damit des Friedens hingeführt zu werden.
Durch die besondere Wesensart des Welterlösers wurde der Welt offenbart, wie ein Mensch aus Fleisch und Blut wirklich in einem solchen Umfang voller Liebe zu seinem Nächsten sein kann, dass er völlig unberührt davon ist, welchen Verfolgungen oder Leiden dieser Nächste ihn auch ausgesetzt hat.
Nicht einen einzigen Augenblick während des langsamen und schmerzhaften Todes am Kreuz, was wohl die Kulmination dessen ist, was einem Menschen an Folter und Leiden zugefügt werden kann, verlor der Welterlöser seine Fassung oder seine liebevolle Gesinnung.
Die liebevolle Einstellung, die er seiner Umgebung gegenüber einnahm, und hierzu sind auch seine Henker und die höhnende Menschenmenge am Fuße des Kreuzes zu rechnen, löste sich in der großen Liebkosung aus, die der Schlüssel zur Pforte der Seligkeit oder der Erlösung der Welt werden sollte.
Und wie eine gewaltige Lichtglorie in der geistigen Atmosphäre der Erde funkelt, leuchtet und wärmt bis zum heutigen Tage diese welterlösende Liebkosung in Gestalt der ewigen Worte am Kreuz: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun".
Hier wurde offenbart, dass der Welterlöser – eins mit Gott – eins mit der Wahrheit – und eins mit der Liebe war, sowohl physisch als auch geistig.
In der gewaltigen Seelenstärke, die im Garten Gethsemane durch die Worte zum Ausdruck kam: "Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe", wurde der Welterlöser eins mit Gottes Willen, eins mit der Erlösung der Welt, die hier auf die Erschaffung eines Beispiels gegründet werden musste, eines Modells für die vollkommene Wesensart eines Vorbildes, das kommenden Generationen zur Nachahmung gegeben wurde, einer Offenbarung dessen, dass die Liebe in ihrer höchsten Entfaltung wirklich dies bedeutet, sein Leben zur Rettung anderer hinzugeben. Hier wurde offenbart, dass er eins mit der Kulmination dieses erhabenen mentalen Zustands war. Durch die Worte "denn sie wissen nicht, was sie tun" wurde dokumentiert, dass er in Kontakt mit dem allerhöchsten Wissen war. Denn seine Henker wussten tatsächlich nicht, was sie taten. Sie kannten die Wahrheit über Jesu Leben und Wesen als Gottes Sendbote und Welterlöser nicht. Wären sie nicht so niedrig entwickelt gewesen, wie sie es, kosmisch gesehen, tatsächlich waren, hätten sie ihn gepriesen und ihm gehuldigt. Aber, da sie nicht wussten, was sie taten, wäre es unangemessen, sie einer Strafe auszusetzen. Er bat deshalb seinen himmlischen Vater darum, sie von dieser Unangemessenheit zu verschonen. Das Leben hat andere Möglichkeiten, mit denen es die Menschen über ihre Fehler aufklären kann als die Gewaltmethode, die sie unter dem Begriff "Strafe" gegenüber niedrig entwickelten Mitmenschen, die sie "Verbrecher" nennen, anwenden. Diese drei Demonstrationen der Wesensart eines vollkommenen Menschen ‒ eins mit dem Vater, eins mit der Wahrheit oder dem höchsten Wissen und eins mit der Liebe ‒ waren jene Lichtmanifestationen, die die Erlösung der Welt sind, d.h. die Befreiung der Menschen von den Überresten tierischer Mentalität, von denen sie sich bis zum heutigen Tage noch nicht befreit haben, ja, die sie aufgrund ihres immer noch niedrig entwickelten und unfertigen Zustands geradezu hoch verehren. |
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