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| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
5. Kapitel
Wenn das Lebewesen unsterblich ist
Dass man sich ein ewiges Leben vorstellt, welches man sich durch die Erfüllung besonderer moralischer Bedingungen nach dem Tode aneignen kann, kann nicht die Ungerechtigkeit rechtfertigen, die das physische Dasein gegenüber den Lebewesen aufzeigt.
Es kommen Menschen vor, die unter solchen Bedingungen geboren sind, dass es ihnen unmöglich ist, die Bedingungen zu erfüllen, die notwendig sind, um dieses ewige glückliche Leben nach dem Tode zu erreichen.
Sie müssen also in eine vollständige Verdammnis hineingleiten, in eine ewige Pein oder eine Hölle, von der es keinerlei Befreiung gibt.
Wie kann dies gerechtfertigt werden?
Hierzu kommt auch, dass ein Leben, das einen Anfang hat, niemals ewig werden kann.
Es wäre also ein zeitliches Leben, da es ja jederzeit den begrenzten Zeitraum repräsentieren muss, der sich von seinem Beginn bis zu einem beliebigen Zeitpunkt in diesem sogenannten "ewigen Leben" erstreckt.
Es wird also jederzeit ein bestimmtes Alter repräsentieren, so oder so alt sein, gerade weil es einen Anfang gehabt hat.
Ein ewiges Leben kann genauso wenig einen Anfang haben, wie es ein Ende haben kann.
Eine ewige Realität kann nicht erschaffen werden.
Sie muss eben ewig dagewesen sein.
Andernfalls ist sie nicht ewig, sondern kann nur eine zeitliche und damit vergängliche Erscheinung sein.
Das Versprechen auf ein ewiges Dasein, das erst nach dem Tod beginnen soll, kann also keine Wurzeln in der Wirklichkeit selbst haben.
Es kann deshalb nicht den scheinbar ungerechten Unterschied, den es in den Schicksalen der Wesen gibt, rechtfertigen.
Es muss eine ganz andere Erklärung geben, eine vollkommen logische Analyse, die völlig die göttliche Gerechtigkeit und Liebe mitten in der scheinbaren Ungerechtigkeit enthüllen kann.
Wenn es wirklich so wäre, dass die Menschen in eine Verdammnis kommen könnten, in eine ewige Hölle, von der es nie eine Rückkehr gäbe, wo sie aber ewig unter den schrecklichsten Leiden seufzen und stöhnen müssten, wie könnte dann eine Gottheit, die ja geradezu ein solches Dasein für die Lebewesen schafft, der allliebende Vater der Wesen sein, die er gemäß den humanen Weltreligionen sein soll. Wie kann eine Gottheit mit einer so sadistischen und unlogischen Straftendenz das göttliche Lebensfundament für die Menschen aller Welt sein, das sie in einer alles überstrahlenden Nächstenliebe, Weisheit, Kunst, Schönheit und Freude vereinen kann? Nein, es gibt nur eine einzige Möglichkeit für Gerechtigkeit in der Welt für die Lebewesen, und diese eine Möglichkeit ist, dass sie unsterblich sind. Wenn man diese Wesen als unsterblich auffasst, kann man beweisen, dass das Weltall eine alles umfassende Gerechtigkeit ausmacht, die so haarfein ist, dass nicht ein Staubkörnchen zufällig zu Boden fallen kann. Alles ist gesetzesgebunden. Gibt es nun eine Möglichkeit dafür, dass man die Unsterblichkeit konstatieren kann? Ja, die gibt es in allerhöchstem Grade. Wenn wir alle Schöpfungsprozesse der Natur betrachten, sehen wir, dass sie, wie schon genannt, alle ohne Ausnahme in ihrem Endergebnis zur Freude und zum Segen für Lebewesen sind. Es ist richtig, dass es viele Gelegenheiten gibt, wo es nicht so aussieht. Die Tiere morden und töten. Die Menschen morden und töten, ganz abgesehen von all den unglücklichen Zuständen, die wir als Krankheit, Not und Elend kennen, die innerhalb der irdischen Sphäre der Lebewesen vorkommen. Hier kann man deutlich sehen, dass dieser Zustand nicht das Ziel der göttlichen Schöpfung ist. Diese schrecklichen Situationen sind alle Ausdruck für unfertige Zustände in Gottes Schöpfungsprozess. Sie sind alle Zustände, die sich nach und nach durch die Entwicklung so ändern, dass die Lebewesen im Kontakt mit Gott die Lösung des Mysteriums des Lebens erleben und es in seiner strahlenden Vollkommenheit in Licht und Liebe sehen werden. Wenn die Menschen das heute nicht sehen können, dann deshalb, weil sie nicht fertigentwickelt sind. Sie sind alle ohne Ausnahme auf dem Weg, diese Vollkommenheit zu erlangen. Um aber dies zu verstehen, kommen wir wieder zurück auf die Notwendigkeit, die Unsterblichkeit des Lebewesens zu verstehen. |
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