Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
6. Kapitel
Die unsterbliche Struktur des Lebewesens
Indem er sich selbst beobachtet, kann der intellektuelle Mensch zu seiner eigenen unsterblichen Struktur hinfinden.
Sie hat bereits in der Sprache ein besonderes Wort, durch das sie beschrieben wird.
Dieses Wort ist der bekannte Begriff, den wir als "Ich" bezeichnen.
Dieses Wort wird in der Regel von einem anderen Wort begleitet.
Wir sagen z.b. "ich bin gelaufen", "ich war froh", "ich war hungrig", "ich war krank" usw.
Aus diesen Ausdrücken geht hervor, dass das Ich einen Urheber für das ausmacht, wofür das begleitende Wort Ausdruck ist.
Das begleitende Wort ist also ein Ausdruck für etwas, was das Ich macht.
Das Ich ist also das höchste "Etwas" in uns.
Es macht das wahre Selbst aus.
Nun ist also die Frage, was für ein Etwas dieses Ich ist.
In erster Instanz sind wir gezwungen zu erkennen, dass es dieses Ich ist, das kraft seines Organismus und seines Bewusstseins erschafft, wünscht oder begehrt, wie es auch dieses Etwas ist, das einen Willen hat und den Organismus beherrscht.
Es ist dieses Ich, das die innerste Ursache des Organismus ist.
Es ist das Erlebende und Schaffende im Organismus.
Wenn dieses Ich aus dem Organismus austritt, liegt dieser da wie bewusstlos oder schlafend.
Und wenn das Ich nicht wieder in den Organismus eintritt, wird dieser zu einer Leiche.
Und wir sagen von diesem Wesen, dass es tot ist.
Es ist sehr wichtig, zum Verständnis der Struktur dieses Ichs zu kommen, denn sonst werden wir niemals zur Klarheit über unsere Unsterblichkeit kommen.
Unser Ich ist also schöpfend und erlebend.
Aber dann kann es ja nicht mit dem "Erschaffenen" identisch sein.
Es ist eine unverrückbare Tatsache, dass der "Schöpfer" vor dem "Erschaffenen" da ist.
Wenn aber der Schöpfer, d.h. das Ich, vor dem "Erschaffenen" da ist, kann das "Erschaffene" ja nicht seine Analyse sein.
Das bedeutet, dass das Ich oder der Schöpfer seiner wirklichen Struktur nach namenlos sein muss.
Was wir auch über dieses Ich sagen wollen, es kann nur der Ausdruck für etwas sein, was dieses Ich hervorgebracht hat und nicht für das Ich selbst.
Sagen wir, dass es böse ist oder dass es gut ist, dass es groß oder klein ist oder ähnliches, dann können diese Worte nicht ein Ausdruck für das Selbst oder das Ich sein, sondern nur ein Ausdruck für etwas, was dieses Ich erschaffen hat.
Das Ich selbst zeigt sich hier als etwas, was selbstständig außerhalb des "Erschaffenen" existiert, etwas, was an sich nicht erschaffen wurde und deshalb eine ewige Realität sein muss.
Es muss deshalb notwendigerweise namenlos sein, und ich habe dieses höchste Etwas im Lebewesen als "X1" bezeichnet.
Unser Ich ist also unsterblich.
Es hat nie begonnen und wird niemals aufhören können zu existieren.
Da es aber nicht das "Erschaffene" ist, ist es selbst völlige Stille.
Es kann deshalb nicht wahrgenommen werden.
Wäre es etwas, was so wie die Materie in Bewegung oder Vibration wäre, würde es der Wahrnehmung zugänglich sein.
Aber es ist an sich also erhaben über jede Zugänglichkeit für Wahrnehmung, gerade weil es totale Stille ausmacht und deshalb außerstande ist, die Reaktion auf die Sinne zu schaffen, die mit Erleben identisch ist.
Es muss deshalb gegenüber den Sinnen als ein "Nichts" hervortreten.
Aber dieses "Nichts" muss gezwungenermaßen eine Illusion sein, da es ja eine unverrückbare Tatsache ist, dass dieses dirigierende, erlebende und schöpferische Ich als unser innerstes und wahres Selbst existiert.
Aber seiner innersten Natur nach und getrennt von allem anderen macht dieses Ich kein Lebewesen aus.
Es kann nur als "Etwas, das ist" bezeichnet werden.
Aber dieses Etwas kann also erschaffen und erleben.
Es kann einen physischen Körper an sich knüpfen, durch den es sich gegenüber anderen Lebewesen zu erkennen geben kann, und es kann durch diesen Körper auch deren Äußerungen oder Manifestationen erleben.
Es ist also eine Realität an dieses Ich geknüpft, die es in den Stand versetzt, sich mit der Materie zu verbinden, die das Material für seine Manifestationen oder Äußerungen ist.
Diese Realität ist also das Hauptorgan und der Hauptsitz für das Lebenserleben des Individuums.
Diese Fähigkeit muss genauso ewig sein wie die des Ichs.
Wenn es eine Zeit gegeben hätte, in der das Ich diese Erlebensfähigkeit, die in Wirklichkeit dasselbe ist wie seine generelle Schaffensfähigkeit, nicht gehabt hätte, wie sollte sie dann entstanden sein?
Etwas Erschaffenes kann nicht aus dem Nichts entstehen, wie auch Etwas nicht zu Nichts werden kann.
Diese Schöpfungsfähigkeit des Ichs ist also genau wie das Ich eine ewige Realität.
Aber eine ewige Realität ist nicht zeit- und raumdimensional, sie kann nicht gemessen und gewogen werden.
Deshalb kann die generelle Schöpfungsfähigkeit des Ichs ihrer innersten Struktur nach keine andere Analyse haben außer dieser einen, dass sie "Etwas ist, das ist".
Ich habe die Schöpfungsfähigkeit des Ichs deshalb mit "X2" bezeichnet.
Diese Schöpfungsfähigkeit wird in Verbindung mit den Materien und der hierdurch aufgebauten Struktur als das "Überbewusstsein" des Ichs bezeichnet.
An dieses Überbewusstsein ist wiederum ein Bereich der Struktur des Lebewesens geknüpft, der sich uns als das "Unterbewusstsein" des Lebewesens zeigt.
Durch dieses Unterbewusstsein erlebt das Ich wiederum sein "Tagesbewusstsein" und sein "Nachtbewusstsein".
Dieses Unterbewusstsein wird von sechs Organismen oder Körpern getragen, einen für jede der sechs Grundenergien: "Instinkt", "Schwere", "Gefühl", "Intelligenz", "Intuition" und "Gedächtnis".
Zum Unterbewusstsein gehören der physische Körper, durch welchen sich die anderen Körper mehr oder weniger offenbaren und dazu beitragen, die Erlebensfähigkeit und das Bewusstsein des Ichs, seinen Charakter und seine Willensführung, seine Wünsche und Begehren usw. zu bilden.
Diese unterbewussten Körper sind zeit- und raumdimensional.
Sie werden erschaffen oder aufgebaut, kulminieren und vergehen.
Sie sind nur Geräte und müssen wie andere "erschaffene Dinge" der Abnutzung unterworfen sein und sind deshalb wie gesagt vergänglich.
Aber die Fähigkeit, neue Organismen oder Körper zu erschaffen, sitzt also im Überbewusstsein, das nicht vergänglich ist.
Dadurch ist das Ich also imstande, all das Zeitliche und damit den Untergang seines eigenen Körpers zu überleben, und es ist gleichzeitig imstande, sich neue Körper aufzubauen, wenn die hierfür geeigneten Bedingungen vorhanden sind.
Dieses Unterbewusstsein ist in seinem innersten Prinzip genauso unvergänglich wie das Überbewusstsein des Ichs oder "X2".
Nur die durch das Unterbewusstsein erschaffenen Organismen oder Körper sind vergänglich, weshalb sie zeit- und raumdimensional sind, aber die Unterbewusstseinsstruktur als solche ist ewig.
Deshalb ist sie auch ihrer innersten Struktur nach namenlos und kann nur als "Etwas, das ist" bezeichnet werden.
Dieses Gebiet der Struktur des Lebewesens habe ich deshalb "X3" genannt.
Diese drei "X" machen exakt die drei Bedingungen aus, die notwendig sind, damit das "Etwas" als ein Lebewesen hervortreten kann.
Diese drei Prinzipien können nicht voneinander getrennt werden.
Wenn wir eines davon weglassen, sind die anderen beiden ohne Bedeutung.
Das Ich würde nicht als ein Lebewesen hervortreten können.
Die Manifestation und das Lebenserleben wären eine totale Unmöglichkeit.
Diese drei Analysen gehören also untrennbar zusammen und machen dadurch die unsterbliche Struktur des Lebewesens aus.
Das Lebewesen ist also eine Einheit, zusammengesetzt aus drei ewigen Prinzipien, die bedingen, dass das genannte Wesen als ein über Zeit und Raum erhabenes ewiges unsterbliches Individuum hervortritt.
|
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht