Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Schicksalsspiel des Lebens - Inhaltsverzeichnis |
7. KAPITEL
Die Entwicklung zum Mitgefühl oder zur humanen Fähigkeit
Gibt es Zeichen dafür, dass sich die Menschen eine solche Wissenschaft aneignen sollen?
Ja, in allerhöchstem Grade!
Erstens laufen sich alle Menschen zum Schluss daran müde, das zu töten, was nicht getötet werden kann.
Solange die Menschen glauben, dass sie ihre Feinde dadurch abschaffen können, dass sie sie töten, werden sie damit fortfahren, Feinde zu haben.
Solange sie glauben, dass sie sich mit dem "Bösen" gegenüber dem "Bösen" beschützen können, werden sie fortfahren, im "Bösen" zu leben.
Da aber die Menschen die Leiden ernten werden, die sie durch ihre Verhaltensweise ihren Nächsten gegenüber gesät haben, werden sie eine völlig neue Fähigkeit entwickeln, nämlich die humane Fähigkeit.
Das ist die Fähigkeit, die Leiden seines Nächsten im eigenen Sinne nachzuempfinden.
Das ist die Fähigkeit, die wir Mitgefühl nennen und die den Anfang der wahren Nächstenliebe darstellt, die die Erfüllung des Lebensgesetzes ist, nämlich, dass man seinen Gott über alle Dinge und seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll.
Im gleichen Grade wie dieser humane Sinn oder diese Fähigkeit zur Nächstenliebe wächst, ändert sich das Verhalten des Wesens von dem Zustand, egoistisch und brutal zu sein, dahin, selbstlos und human zu werden.
Die Lebensauffassung des Wesens ändert sich immer mehr fort vom Idealisieren der Methoden des Krieges und des tötenden Prinzips.
Sein Schicksal wird heller und glücklicher, weil es gerade dann in einem immer größeren Ausmaß Sympathie und Hilfsbereitschaft gegenüber seiner Umwelt zeigt.
Es beginnt, von seinen Mitwesen geliebt zu werden.
Seiner materialistischen Wissenschaft wird nun auch nur da gehuldigt, wo diese im Zusammenklang mit den sympathischen Veranlagungen des Wesens ist.
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