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| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
13. Kapitel
Keine Nationalregierung kann der Misere Abhilfe schaffen
Eine Regierung in einem einzelnen Land kann leicht ihre Unschuld und Hilflosigkeit in der fortschreitenden Entwicklung der Diktatur beweisen.
Sie hat ja nicht die Schuld daran, dass gewisse andere Staaten den Zugang zu ihrem Überschuss an eventuell vorhandenem Brennmaterial, Öl, Getreide oder anderen lebenswichtigen Produkten nicht öffnen wollen, außer durch harte oder unerfüllbare Bedingungen.
Diese Regierung hat deshalb keinen anderen Ausweg als den Bürgern ihres eigenen Landes vorzuschreiben, dass sie ihren Verbrauch an lebensnotwendigen Gütern einschränken und an die sparsamen Mengen anpassen müssen, die dem Land durch die eigenen bescheidenen Valuten und die Selbstversorgung zur Verfügung stehen.
Dass diese Einschränkungen nur durch Diktatur, Rationierung, Warenkontrolle usw. geschehen können, ist klar.
Dass dadurch gewaltige Eingriffe in die persönliche Freiheit und das Eigentumsrecht der Bürger in Form von Restriktionen geschaffen werden, die in scharfem Widerspruch zu der demokratischen Politik und der bürgerlichen Sicherheit stehen, die sonst während einer gewissen Zeitepoche geltend waren, ist auch klar.
Während jener Epoche wurden die jetzigen kolossalen wissenschaftlichen, technischen und chemischen Fortschritte gemacht, die jetzt aufgrund der gewaltsamen Bestrebungen stagnieren müssen, um der eigenen Nationalisierungspolitik und der übertriebenen Vaterlandsverehrung hinter gigantischen Isolationsmauern eines wachsenden militärischen Aufgebots, in das sich jeder Nationalstaat einkapselt, zu dienen.
Dass diese Isolierung oder Einkapselung der Nationalstaaten wie eine Verkalkung oder ein Bremsen des Umgangs zwischen Nationen, der nach und nach zu einer Lebensbedingung geworden ist, wirken muss, dürfte als eine unverrückbare Tatsache zu betrachten sein.
Dass diese Verkalkung nicht durch eine noch effektivere Isolationspolitik oder Einkapselung der Nationalstaaten in Form von noch größeren patriotischen Gefühlen und einem gewaltigen Militäraufgebot entfernt werden kann, kann ja nur ebenso selbstverständlich sein.
Dass der gesamte internationale erdenmenschliche Gesellschaftskörper gewaltig auf diese todbringende Verkalkung in seinem Inneren reagieren muss, ist nur das, was durch den Weltkrieg zu einem unerschütterlichen Faktum geworden ist, der 1914 begann und erst an dem Tag zum Aufhören gebracht wird, an dem ein internationales, demokratisches Gesetzes- und Rechtswesen entsteht, ausgerüstet mit der Macht, die alle national-militärischen Isolationen und todbringenden Vaterlandsvergötterungen niederreißt.
Bis dahin wird der Nationalismus seinen Bevölkerungen nur Freiheitsverlust, Restriktionen oder bis zum Lebensüberdruss führende Eingriffe auf allen denkbaren Gebieten geben können.
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