Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
15. Kapitel
Was die Menschen in erster Linie tun müssen
Dass das große materielle Können der Menschen, ihr Beherrschen der Kräfte der Natur oder Elemente, ihre hohe materialistische Wissenschaft nicht diesen ihren Fall in den Abgrund, in jegliche persönliche Freiheitsberaubung, in Knechtschaft und Versklavung, in Armut, Hunger und Krankheit, in Hoffnungslosigkeit und Lebensüberdruss verhindern konnte, ist heute eine fundamentale Tatsache für jeden Forscher, der wirklich denken, hören und sehen kann.
Aber was sollen die Menschen dann gegen dieses schreckliche Faktum aufbieten, bevor es zu spät ist? Die erste Bedingung ist natürlich, dass sie, anstatt danach zu trachten, die Gehalts- und Preissteigerungsschraube wie wild anzuheizen, innehalten, dass sie lesen, lauschen und denken müssen. Ihr ganzes Erleben von Finsternis, ihr Kriegsjoch, ihre Knechtschaft und ihre Freiheitsberaubung schaffen ja Gefühle oder Empfindungen des Lebens, die zeigen, dass die Menschen an sich etwas ganz anderes sind als Stein, Wasser und Luft und dass es also mehr zwischen Himmel und Erde gibt als nur die Materie. Aber weshalb dann glauben, dass man leben kann, ohne Kenntnis von diesem "Etwas" zu haben, das nicht Stein, Wasser oder Luft ist, diesem "Etwas", das nicht aus Fleisch, Blut oder den Sinnen besteht, sondern das vielmehr jenes "Etwas" ausmacht, das das Dunkel oder die Misere erlebt? Wenn diese Misere oder mentale Krise der Menschheit eine Tatsache ist, dann ist es auch eine Tatsache, dass es "Etwas" gibt, das diese Krise erlebt, "Etwas", das weint und krank und unglücklich über sein dunkles Schicksal ist. Können der Stein, das Wasser oder die Luft über ihr Schicksal weinen? Können diese Erscheinungen überhaupt ein Schicksal haben? Wandern sie nicht in einem gesetzmäßigen Kreislauf? Muss der Stein nicht schmelzen, das Wasser zu Dampf werden und die Luft sich durch Temperaturänderungen verdichten? Die Materie kann weder über ihren Zustand lächeln noch weinen. Sollte man nicht glauben, dass es an der Zeit ist, dass man lernt zu verstehen, dass die Fähigkeit, Leiden und Glück zu empfinden, an sich schon die Enthüllung von "etwas" ist, das über der Materie steht und demgegenüber die Materie nur als Material zum Lebenserleben existiert? Und sollte man nicht glauben, dass dieses "Etwas" die Materie genauso gut als Material zum Erschaffen von Lebensglück benutzen kann wie als Material zum Erschaffen von Unglück und Lebensüberdruss? |
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