Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
6. Kapitel
Die unfertige Seite Nr. 3 der jetzigen modernen Kultur. Götterdämmerung
Dass eine Gesellschaft von Wesen, die einem vielköpfigen lebenszerstörenden Wesen in ihrer Mentalität Leben gibt, zu einer Welt von Finsternis wird, ist klar.
Da aber die Wesen selbst gleichzeitig glauben, dass es der Nächste sei, der der Unterminierung ihres Glücks und Wohlbefindens Leben und Kraft gibt, und die ihm deshalb nach dem Leben trachten, muss das ganze Lebensgebiet dieser Wesen sozusagen zu einer Welt voller Dämonen werden.
Alle befinden sich im Krieg mit allen und glauben, dass sie sich dadurch aus der Finsternis retten und das Dasein genau des Friedens schaffen können, nach dem diese armen Wesen in ihrem innersten Selbst zu hungern beginnen.
Sie verstehen also überhaupt nicht, dass sie das, was sie ihrem Nächsten antun, gegen sich selbst richten.
Sie glauben voll und ganz, dass ihre Rettung die Entwicklung der Fähigkeit ist, diesen ihren Nächsten zu ermorden und zu versehren, zu fesseln und zu binden.
Sie ahnen also nicht, dass sie mit jeder Sabotage, die sie am Leben und Wohlbefinden ihres Nächsten vorgenommen haben, einen neuen Kopf am nagenden und lebenzerstörenden tierischen Wesen im Inneren ihrer eigenen Psyche geschaffen haben.
Dem Ungeheuer, das sie bekämpfen wollen, geben sie also neues Leben und neue Kraft mit ihren mörderischen und inhumanen Gedankenarten, ihrem Hass und ihrer Verfolgung ihres Nächsten.
Kraft dieses ihres kulminierenden Unwissens und ihres Aberglaubens ist es gegeben, dass eine Gesellschaft dieser Wesen unmöglich eine vollkommene Kultur des Friedens aufbauen kann.
Wir sehen denn auch diese Kultur der Dämonen als einen vollständigen Kontrast zu der Weltkultur oder dem Himmelreich des wahren Menschen.
Dem Zukunftsmenschen, der daran gewöhnt ist, in einer Weltkultur zu leben, die allen Erdenmenschen vorausgesagt wurde, d.h. in dem vorausgesagten Wohlgefallen des Friedens, wo jeder Mensch alle liebt, kann es doch eine "Gänsehaut" verursachen oder ihn erschaudern lassen, wenn er auf die Tausende von Jahren zurückschaut und diesen Kontrast zum Himmelreich in der augenblicklichen, so hoch gepriesenen modernen Kultur sieht.
Er sieht, dass in dieser Kultur Millionen von Menschen an Hunger, Not und Elend sterben, während gleichzeitig andere Gruppen von Menschen im Überfluss oder in einem überdimensionalen Besitz der physischen oder materiellen Güter leben.
Einige Menschen leben in Luxuspalästen mit dazugehörigem Dienerstab.
Sie sind mitunter zu vornehm, um sich selbst an- und auszukleiden.
Andere Menschen erleiden ein Armendasein in den Slumvierteln der Großstädte, in Ruinen, Schuppen und Verschlägen oder Gerümpel, wo immer sie ein wenig Schutz vor Wind und Wetter finden.
Der Mensch der Zukunft sieht hier deutlich, dass in der Administration des materiellen Lebensbedarfs dieser Kultur keine besondere Nächstenliebe existiert.
Noch weniger Verständnis des Nächstenliebeprinzips findet der wahre Mensch, wenn er sieht, dass man es in dieser Kultur als wichtigste Aufgabe sieht, alle jungen Männer zur Ausbildung in der Kriegskunst zu zwingen, ihnen beibringt, die modernen Mordwerkzeuge zu bedienen, mit denen man die Fähigkeit vervielfältigt, das Leben, das Eigentum und die Kulturwerte des Nächsten zu vernichten.
Und diese kriegerische Einstellung hinterlässt ihre tiefen Spuren.
Tausende und Abertausende von Kindern hatten ihre Eltern im Blutbad des Krieges verloren und waren auf gut Glück dem Zufall preisgegeben.
Tausende und Abertausende von Eltern suchten nach ihren Kindern, die während desselben Blutbads abhandengekommen waren.
Und diese Götterdämmerung ergab Millionen von Invaliden, die nur mit Hilfe von künstlichen Gliedern, künstlichen Händen, Armen und Beinen das Leben erleben konnten.
Aber nichtsdestoweniger lobte man dieses Kulturmilieu als "Feld der Ehre".
Es sind immer noch die Götter Walhalls und ihr blutbesudeltes Paradies, denen gehuldigt und die in großen Gebieten der herrschenden Kultur angebetet werden und das unter dem Namen "Christentum".
Aber innerhalb dieses Christentums hat man nicht nur die genialsten Mordwaffen und Vernichtungsmittel entwickelt, mit denen man andere Nationen, Staaten und Völker und ihre Kulturwerte zunichtemachen kann, man hat hier auch ein passendes Mordsystem entwickelt, mit dem man glaubt, die Gerechtigkeit innerhalb des Staates selbst oder der Nation zu fördern.
Hier mordet man oder richtet man Menschen hin mit Gewehren, Guillotinen, elektrischen Stühlen usw. im Namen des Staates oder "des Gesetzes" und übrigens auch im Namen dessen, der da zu seinen Jüngern sagte: "Steck dein Schwert in die Scheide, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."
Ja, die jetzige Kultur kann ihm nicht entkommen, ihm, dem es zur täglichen, natürlichen Verhaltensweise wurde, sich lieber kreuzigen zu lassen, als dass er wollte, dass sein Nächster leiden sollte, ihm, der große Bereiche unfertiger Natur oder Primitivität und Aberglauben enthüllte.
Von seinem Reich aus, das noch nicht von dieser Welt ist, kann man, wenn man auf die jetzige Kultur zurücksieht, nicht vermeiden, in eine Welt der Götterdämmerung, des Anbetens von Walhall und seinen Göttern hineinzusehen.
Hierzu kommt weiter eine bis ins Unendliche verstärkte Anbetung des goldenen Kalbes.
Der große Strom von Wesen hofft auf ein Krösusdasein und sieht mit Verachtung auf die arme Stallherberge, die im Weihnachtsevangelium Ausdruck einer Heimstätte für ihn wurde, der der Weg zum Licht war.
Deshalb musste eine Götterdämmerung über Jerusalem kommen.
Und deshalb musste eine Götterdämmerung über jede Kultur kommen, in der Erziehung, Moral und Ehrbegriffe auf Gold statt auf Nächstenliebe oder dieses, "lieber zu nehmen als zu geben" basieren.
Im gleichen Ausmaß, in dem man die Fähigkeit, "lieber zu geben als zu nehmen" entbehrt, im gleichen Ausmaß wird unser Verhältnis zu unserem Nächsten auf Primitivität und Aberglauben gegründet sein.
Und da geht man unbefangen dort, wo Engel nicht hinzutreten wagen.
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