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| Die Unsterblichkeit der Lebewesen - Inhaltsverzeichnis |
7. Kapitel
"Richtet nicht ..."
Dieses vorstehend geschilderte Zukunftsbild ist nicht die Ansicht des jetzigen allgemeinen Erdenmenschen über Kultur und Verhaltensweise.
Es ist ein Rückblick von den hohen Zinnen der fertigentwickelten Menschheit.
Es ist das, was das organisch, kosmisch eingeweihte Wesen von der Situation des Erdenmenschen von heute sieht.
Von diesem Bewusstseinsniveau aus blickt der Welterlöser auf diese Situation.
Im Verhältnis zu seinem Reich und dem, was der Sinn des Lebens oder Gottes Ziel für den Menschen ist, sieht die jetzige Kultur so aussieht.
Aber die Wesen, deren Bewusstsein so hoch entwickelt oder fertigerschaffen als Abbild Gottes ist, dass sie im wahren Menschenreich leben, sind hochintellektuelle und liebevolle Richter.
Dadurch bekommen sie die Möglichkeit, das Dasein und Leben von Gottes eigenem großen Aussichtspunkt aus zu sehen und bekommen dadurch die gleiche Einstellung zum Leben und Dasein wie die Gottheit selbst.
Es ist dies, was Christus da ausdrückt, wo er sagt: "Ich und der Vater, wir sind eins."
Von diesem hohen Aussichtspunkt aus kann man sehen, dass man keinem einzigen Erdenmenschen von heute diese unfertige Weltkultur vorwerfen kann.
Der unfertige Mensch hat nicht die Erfahrungen vom Weg der Liebe, die es ermöglichen, in allen Situationen diesen einzigen wahren und unfehlbaren Weg zum Licht zu sehen.
Er muss deshalb hier und da mehr oder weniger von diesem Weg abkommen und dadurch die Undurchdringlichkeit, die Moraste und schlammigen Terrains erfahren, die den Weg zum Licht für den versperren, der nicht den Weg der Liebe gehen will.
Aber es zeigt sich durch die Entgleisungen, dass der Liebesweg markiert ist und zur Tatsache wird.
Und nach den Erfahrungen, die die Menschen nicht haben, sondern erst später machen, können sie ja heute nicht handeln.
Da, wo sie nicht die wirklichen Erfahrungen haben oder Tatsachen kennen, können sie auch nicht das richtige Wissen haben.
Und da, wo sie das richtige Wissen nicht haben, sind sie gezwungen, Primitivität und Aberglauben aufzuweisen.
Aber Primitivität und Aberglauben sind wiederum die überflüssigen Teile, die Gott noch nicht von dem Stein oder Marmor wegmeißeln konnte, aus dem er sein großes Kunstwerk, "den Menschen als sein Abbild", formt.
Und wer wagt es, das Werk eines Künstlers zu beurteilen, solange dieser noch nicht dasjenige vom Stein- oder Marmorblock entfernt hat, was nicht zum Kunstwerk gehört?
Es sind nicht die überflüssigen Teile des Steines oder Marmors, die der Künstler abschlägt oder entfernt, sondern es ist das, was er vom Block sorgfältig zurücklässt, was zum Kunstwerk wird.
Auf die gleiche Weise sind es auch nicht die Primitivität oder der Aberglauben und die hierdurch ausgelösten verkehrten Handlungen gegen unseren Nächsten, die Gott als das Dauerhafte zurücklässt, sondern das Edle, das Liebevolle in seinem Charakter und seiner Verhaltensweise wird zu Gottes Kunstwerk – wird zum Menschen als Gottes Abbild, ihm gleichend.
Deshalb muss sich der jetzige Erdenmensch dadurch, dass er seine eigene Kultur und Verhaltensweise mit Gottes fertigem Plan für den Menschen und seiner Verhaltensweise vergleicht, darüber klar werden, wie töricht es ist, seinen Nächsten nach dessen unfertigen oder verkehrten Handlungen zu beurteilen.
Diese werden ja nur das bedeuten oder markieren, dass er noch nicht das fertige ausgemeißelte Kunstwerk aus Gottes Hand ist.
Das unfertige Werk Gottes als fertig zu beurteilen und ihm Fehler oder Mängel vorzuwerfen, ist nicht nur eine Enthüllung unserer eigenen Naivität oder unseres eigenen unfertigen Zustands, sondern es ist auch eine Kreuzigung unseres Nächsten und ein Hohn gegenüber dem ewigen Vater, dessen Geist immer noch "über den Wassern" leuchtet und funkelt, und in dessen Strahlenglorie wir ewig bereichert werden mit Leben, Weisheit und Liebe.
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