Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Schicksal der Menschheit - Inhaltsverzeichnis |
12. Kapitel
Das Ich des Lebewesens
Um auch nur den geringsten Einblick in das Schicksal der Menschheit zu gewinnen, müsse die Leser auch damit bekannt gemacht werden, daß nicht alles, was existiert, Energie ist, sondern daß es noch eine Realität gibt, die nicht die am wenigsten wichtige ist.
Diese Realität ist nämlich identisch mit dem, was das Leben erlebt.
Gibt es denn etwas, was das Leben erlebt?
Ja, es gibt überhaupt keine Tatsache, die größer als diese ist.
Aber dieses "Etwas" kann nicht identisch mit Energie sein, da Energie dasselbe wie Vibration ist und Vibration dasselbe wie Bewegung und Bewegung wiederum ihrer Natur nach eine leblose Realität ist.
Sie hat keine Sinne, keine Organe und kann also überhaupt nichts erleben.
Was weiß ein Windhauch von einem Wasserfall?
Und was weiß der Fall eines Regentropfens von den Schwingungen eines Pendels?
Absolut nichts, denn eine Bewegung kann nicht "Etwas" erleben, aber "Etwas" kann Bewegung erleben.
Da Energie in absolutem Verstand dasselbe wie Stoff ist, kann nichts, was identisch mit diesem ist, identisch mit dem erlebenden "Etwas" sein.
Da jedes Ding identisch mit Stoff, Energie oder Materie sein muß, um direkt auf die Sinne einwirken zu können, kann das genannte "Etwas" auf keiner der sechs genannten Daseinsebenen gefunden werden.
Die Daseinsebenen bestehen ja aus Energie.
Wenn wir deshalb nichtsdestoweniger Zeuge davon sind, daß diese von unendlichen Heerscharen von Realitäten bevölkert sind, die wir "Lebewesen" nennen, so sind diese Realitäten doch in keiner Weise identisch mit dem erlebenden Etwas.
Die genannten Realitäten erweisen sich nämlich als ganz bestimmte Kombinationen von Grundenergien.
Diese Kombinationen nennen wir Organismen oder Körper.
Bei der Analyse dieser Körper kommen wir zu dem Resultat, daß sie bis in die kleinsten haarfeinen Einzelheiten Werkzeuge oder Apparate sind, die zur Erfüllung besonderer planmäßiger Zwecke geschaffen sind.
Sie sind also Realitäten, die aufgrund vorangegangenen Denkens entstanden sind.
Jeder solche Körper hat einen Anfang gehabt und wird ein Ende haben, wenn er seine Mission oder den Zweck, zu dem er geschaffen worden ist, erfüllt hat.
Da diese Körper also in kosmischem Verstand "erschaffene Realitäten" sind, sind sie ein Beweis dafür, daß das genannte "Etwas" wirklich existiert.
Wenn man die Körper nicht als einen Beweis für die Existenz dieses "Etwas" anerkennen will, muß man ja annehmen, daß sie sich selbst erschaffen haben.
Aber da man auf den Gebieter, auf denen der Erdenmensch die größte Einsicht in die Schöpfung hat, nämlich innerhalb des Gebietes, auf dem er selbst imstande ist zu schaffen, in keinem einzigen Fall Zeuge davon sein kann, daß ein Ding sich selbst erschaffen hat, würde es den Gesetzen der Logik widersprecher zu behaupten, daß die erwähnten Körper von selbst entstanden sind.
Das würde eine Behauptung analog der sein, daß eine Maschine, ein Haus, ein Flügel oder irgendein anderes Ding innerhalb des menschlichen Schaffensgebietes von selbst entstanden wäre.
Und ebenso wie diese Behauptung den Tatsachen widerspricht, ebenso würde jede Erklärung, die darauf ausgeht, die Körper als von selbst entstanden anzunehmen, der wirklichen Gegebenheit widersprechen und würde damit unwirklich oder abnorm sein.
Es ist also eine Tatsache, daß das lebende "Etwas" existiert. Und die Menschen haben das ja auch, wenn auch in vielen Fällen unbewußt, mit dem Begriff "das Ich" bezeichnet. Wenn ein Individuum sagt: "Ich sah", "ich fühlte", "ich sprach" usw., so ist dieses "Ich" also ein Ausdruck für das lebende "Etwas". Es waren also nicht die Augen des betreffenden Wesens, die sahen, nicht der Mund, der sprach und nicht sein Körper, der fühlte, sondern es war "das Ich", das mit Hilfe der Augen sah, mit Hilfe des Mundes sprach und mit Hilfe des Organismus fühlte. Wenn dieses lebende Etwas nicht hinter dem Organismus existierte, würde es keinen Unterschied zwischen dem Lebewesen und einer "Leiche" geben. Eine Leiche ist ja gerade ein Organismus, der von dem lebenden Etwas verlassen worden ist, das ihn erschaffen und benutzt hat. Da das erwähnte Etwas also keine erschaffene Realität ist, kann es niemals einen Anfang gehabt haben, sondern ist ewig dagewesen. Und da es weder Vibration noch Energie ist, ist es nicht der Veränderung unterworfen und wird deshalb ewig unveränderlich sein. Es kann daher auch niemals ein Ende haben. Da das gleiche Etwas identisch mit dem Ich oder dem ist, was das Leben in den Lebewesen erlebt, und da es nicht erschaffen ist, keinen Anfang und kein Ende hat, ist das Erleben des Lebens dieses gleichen Wesens damit ewig unvergänglich. Alle existierenden Lebewesen sind also unsterblich. Da das lebende Etwas kein erschaffenes Ding ist und nicht aus Energie oder Stoff besteht, ist es erhaben über jede Art von Analyse außer der einen, daß es der Ursprung der Energie ist, indem das Etwas die Energien erlebt und nicht umgekehrt. Das erwähnte Etwas mit einer besonderen Charakterisierung zu bezeichnen, kann nur aufgrund einer Illusion geschehen. Denn wenn wir sagen, daß dieses Etwas groß oder klein ist, daß es gelb oder grün ist, böse oder gut usw., dann sind alle diese Begriff nur ein Ausdruck für besondere Energieauslösungen oder erschaffene Realitäten und können damit also unmöglich das Lebewesen bezeichnen. Dieses Etwas, das Ich oder das, was das Leben in jedem Wesen erlebt, ist und bleibt also in aller Ewigkeit eine über alle Erscheinungen und Erzeugungen erhabene namenlose Realität. In Verbindung mit einem Organismus erscheint es im Dasein als ein Lebewesen. |
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