Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Schicksal der Menschheit - Inhaltsverzeichnis |
43. Kapitel
Die Nationen als ein Weltreich ohne Regierung und Obrigkeit
In einer stark steigenden Entwicklung befindet sich der "Internationalismus".
Er hat aufgrund der ganzen technischen Entwicklung der Verkehrsmittel wie Eisenbahnen, Schiffe und Flugzeuge, Fernsprecher und Radio die Abstände verkürzt, so daß die Völker der verschiedenen Weltteile "Nachbarn" geworden sind, Tür an Tür wohnen, miteinander sprechen können, miteinander handeln und Waren austauschen können, gemeinsame Sympathien und Antipathien usw. diskutieren können.
In der Gestalt von großen internationalen Handelsabkommen, Bündnissen jeder Art, Friedensvereinigungen und Verbänden sind sämtliche Staaten oder Nationen so eng miteinander verknüpft, daß die Unterminierung oder der Untergang eines einzelnen Staates unmöglich stattfinden kann, ohne daß alle übrigen Staaten dadurch Unannehmlichkeiten bekommen.
Das will mit anderen Worten besagen, daß der Internationalismus schon so verbreitet oder hervortretend ist, daß die Nationen auf der ganzen Welt jede für sich in Wirklichkeit nicht mehr isolierte selbständige Staaten sind, sondern Provinzen in einem den ganzen Erdball umspannenden internationalen Weltreich.
Aber dieses Weltreich hat noch eine große Unannehmlichkeit zu überwinden, ehe es vollkommen geworden ist – es ist ein Reich ohne Regierung oder Obrigkeit.
Da Regierung und Obrigkeit dasselbe sind wie ein Schutz durch Gesetz und Recht, ist das irdische internationale Weltreich heute noch ganz ohne Gesetz und Recht.
Aber ein Reich, das kein Gesetz und kein Recht hat, kann die Individuen oder Einwohner nicht beschützen.
Sie müssen sich also selbst verteidigen, soweit sie Kraft dazu haben.
Das Resultat davon ist, daß die stärksten Individuen die Macht haben.
Aber da die stärksten Individuen nicht immer die gerechtesten oder moralischsten sind, sondern oft die egoistischsten, ist die Macht und nicht das Recht der regierende Faktor.
Die "Einwohner" dieses Reiches, das heißt also die Nationen oder Staaten, können deshalb schalten und walten je nachdem sie Macht dazu haben.
Das bewirkt wiederum, daß ein "Einwohner" (Nation) bewaffnet sein muß.
Diese Bewaffnung sehen wir in der Gestalt von Heeren, Flotten und der Luftwaffe.
Je nachdem, ob der "Einwohner" eine überlegene Kriegsbereitschaft hat, hat er die Macht und unterdrückt und nutzt die andere "Einwohner" (Nationen) aus.
"Die Gesellschaftsordnung" des irdischen internationalen Weltreichs befindet sich also in einem Stadium, das dem des Steinzeitmenschen analog ist.
Aber ebenso wie die Entwicklung die Steinzeitmenschen dazu führte, zivilisierte Nationen zu werden, ebenso wird die Entwicklung auch diese Nationen von der Steinzeitstufe zu einem intellektuellen, humanen und absolut gerecht regierten Weltreich führen.
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