Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Zur Geburt meiner Mission - Inhaltsverzeichnis |
1. KAPITEL
Menschen, die im Glauben an die "Offenbarungen" der Vergangenheit die Ersten sind, aber die Letzten im Glauben an diejenigen der Gegenwart
Da meine Arbeit im Laufe der Zeit viele Menschen erreicht hat, für die sie als Geisteswissenschaft ausschließlich ein tragender Lebensfaktor ist, habe ich es diesen Menschen gegenüber als nützlich empfunden, einen kurzen Überblick über die Ereignisse zu geben, die zum direkten auslösenden Moment für diese meine geistige Mission wurden.
Diese Ereignisse, die für mich zu einer Berufung wurden, sind von so außergewöhnlicher und seltener Art, dass deren bloße Beschreibung in Details auf den Uneingeweihten höchstens wie ein phantastisches und absolut unwirkliches Märchen wirken wird, während sie bei intoleranten und in der Nächstenliebe weniger entwickelten Wesen geradezu Empörung hervorrufen wird, die sie unter dem Deckmantel des Begriffs "heiliger Zorn" dazu bringen wird, mich als "vom Teufel besessen", als "Gotteslästerer", als Opfer von "Größenwahn" oder einer anderen Form von Abnormität oder Geisteskrankheit zu bezeichnen. Ja, die Tatsachen haben sogar gezeigt, dass es Menschen gibt, die mich für den "Antichrist" selbst, für einen "falschen Messias" oder Ähnliches halten. Diese Menschen stehen mittlerweile ganz unter der Suggestion oder sind fest mit der Vorstellung verwachsen, dass die sogenannten "Offenbarungen" Erscheinungen sind, die nur an biblische Personen der Vergangenheit geknüpft sind. Obwohl man auf dem Bewusstseinsniveau dieser Menschen jahrtausendelang von den Kanzeln in Stadt und Land, von Rednerpulten im Freien, im Wald und am Strand, auf Straßen und Gassen den Menschen verkündet und zugerufen hat: "Der Geist Gottes schwebte über den Wassern" – "Gott sprach" zu Adam und Eva – "Gott sprach" zu Moses – "Gott sprach" zu den Propheten – Jesus wurde auf dem Berge "verklärt" – die Apostel wurden "vom Heiligen Geist überschattet", der als "Feuerzungen über ihren Häuptern" gesehen wurde – Paulus wurde auf dem Weg nach Damaskus "in ein weißes Licht eingehüllt" usw. usw., werden die meisten auf diesem Niveau die Letzten sein, die verstehen, die Letzten, die daran glauben, dass die gleichen Ereignisse genauso gut in der Gegenwart stattfinden können, dass sie mitten in unserem modernen, wissenschaftlichen und technischen Zeitalter stattfinden können. Man findet es auf dem erwähnten Niveau ganz natürlich, dass "Gottes Geist" sich Moses in Form des "brennenden Dornbusches" zeigte und dass "das weiße Licht" über Paulus kam, obwohl ersterer ein Mörder und letzterer ein hartnäckiger Gegner und Verfolger Christi war, und man ist im Glauben an die Wahrhaftigkeit dieser Schilderungen nicht zu erschüttern. Kommt aber heute ein Mann und erzählt, dass er "vom Heiligen Geist überschattet" wurde, dass er "eins mit dem Vater" ist, dass er selbst "der Weg, die Wahrheit und das Leben" geworden ist, wird man ihm nicht glauben, sondern im Gegenteil über ihn empört sein, gleichgültig, wie rechtschaffen und rein er auch lebt, gleichgültig, wie wissenschaftlich er seine Behauptung auch untermauern kann. Dies ist jedoch ganz natürlich. Diese Menschen sind in Bezug auf logisches Denken und Analysieren im religiösen Bereich noch keine unabhängigen Menschen. Sie sind noch nicht so selbständig, dass sie den Mut haben, die offizielle Meinung der "Herde" zu verlassen, die für sie das unverrückbare ungeschriebene Gesetz oder der Laufstuhl ist, mit dessen Hilfe sie sich immer noch religiös gesehen aufrecht halten müssen, solange das Gehvermögen ihrer Gedanken in den Labyrinthen der Entschleierung des Lebensmysteriums noch unselbständig und hilflos ist, weshalb für sie das Leben außerhalb des Gebiets der alten religiösen Traditionen und Dogmen zu einer Wüste werden müsste, in der sie wegen ihrer Unbeweglichkeit geistig gesehen verhungern oder auf andere Weise kläglich umkommen müssten. |
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